Die Bündner Regierung hat das Sammelprojekt «Waldbau 2026» mit Gesamtkosten von 33,3 Millionen Franken genehmigt. Den beteiligten öffentlichen und privaten Waldeigentümern werden Kantonsbeiträge von insgesamt 27,6 Millionen Franken zugesichert. Geplant ist die Pflege von rund 3500 Hektaren Wald in allen Regionen des Kantons. Das schreibt die Standeskanzlei Graubünden in einer Medienmitteilung. Den grössten Anteil nimmt dabei der Schutzwald ein. Auf rund 2500 Hektaren sollen Massnahmen umgesetzt werden, um Siedlungen, Verkehrswege und Infrastrukturen langfristig vor Naturgefahren wie Lawinen, Steinschlag oder Murgängen zu schützen. Weitere 660 Hektaren sind für die Förderung der Biodiversität vorgesehen. Geplant sind unter anderem Aufwertungen von Lebensräumen für das Auerhuhn, die Pflege von Weidewäldern und Waldrändern sowie Massnahmen in Kastanienselven auf der Alpensüdseite. Ausserhalb des Schutzwaldes sind auf rund 350 Hektaren Eingriffe zur Jungwald- und Stabilitätspflege sowie Holznutzungen mit dem Seilkran vorgesehen. Zudem werden bestehende Testpflanzungen mit klimaresistenten Baumarten weitergeführt und wissenschaftlich begleitet. Rückgang beim Schadholz Die Investitionen bauen auf den Erfahrungen des vergangenen Jahres auf. 2025 wurden in Graubünden insgesamt 3580 Hektaren Wald gepflegt. Das sind acht Prozent weniger als im Vorjahr. Die Holznutzung belief sich auf 360 000 Kubikmeter und lag damit leicht unter dem Vorjahreswert. Der kantonale Hiebsatz würde durchschnittlich bis zu 390 000 Kubikmeter pro Jahr erlauben. Besonders auffällig ist der starke Rückgang beim Schadholz. Die Menge an Holz, das wegen Stürmen, Trockenheit oder Schädlingsbefall gefällt werden musste, sank um rund 70 Prozent auf 35 000 Kubikmeter. Damit machte Schadholz weniger als zehn Prozent der gesamten Holznutzung aus. Rund die Hälfte der Schäden wurde durch Borkenkäfer verursacht, etwa ein Viertel durch Stürme. Der Rückgang der Schadholzmenge hatte auch Auswirkungen auf die Waldpflege: Weil weniger Ressourcen für die Bewältigung von Schäden eingesetzt werden mussten, standen den Forstbetrieben und Forstunternehmen mehr Kapazitäten für geplante Eingriffe zur Verfügung. Schutzfunktion erhalten Bund und Kanton unterstützten die Waldeigentümer 2025 mit knapp 17 Millionen Franken für die Pflege von über 2000 Hektaren Schutzwald. Weitere 2,82 Millionen Franken flossen in die Behebung von Waldschäden. Ziel dieser Massnahmen ist es, die Schutzfunktion des Waldes langfristig zu erhalten und gleichzeitig die Verjüngung sowie die Stabilität der Bestände zu fördern. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die Strategie «Lebensraum Wald Wild», welche den Einfluss des Wildes auf die natürliche Waldverjüngung reduzieren soll. Zusätzliche Förderprogramme unterstützten die Pflege von Jungwäldern ausserhalb des Schutzwaldes sowie die Bewirtschaftung schwer zugänglicher Waldflächen mit dem Seilkran. Insgesamt wurden 2025 rund 500 Hektaren Wald gezielt zugunsten der Biodiversität gepflegt. Damit verfolgt der Kanton das Ziel, die Bündner Wälder sowohl als Schutzraum für Mensch und Infrastruktur als auch als wertvollen Lebensraum für Tiere und Pflanzen fit für die Zukunft zu machen. Autor und Foto: Standeskanzlei Graubünden