Die Lobbyorganisation europäischer Fluggesellschaften hält den Druck in Sachen Emissionshandel aufrecht: 15 Vorstandschefs der Vereinigung Airlines for Europe (A4E) fordern die Europäische Kommission auf, die geplante Reform des europäischen Emissionshandelssystems (EU ETS) für die Luftfahrt pragmatisch zu gestalten. In einem gemeinsamen Schreiben an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen warnen die Manager vor einer Ausweitung des Systems auf Flüge außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums. Eine solche Erweiterung würde nach Ansicht der Airlines die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Fluggesellschaften schwächen, Ticket- und Frachtkosten erhöhen sowie Verkehr auf außereuropäische Airlines und Drehkreuze verlagern. Stattdessen sprechen sich die Unternehmen für eine stärkere Orientierung am globalen Klimaschutzinstrument Corsia der International Civil Aviation Organization (Icao) aus. Nach Angaben von A4E zahlten die Mitgliedsairlines 2024 rund 2,3 Milliarden Euro für Emissionszertifikate. Bis 2030 könnten die Kosten auf 5 Milliarden Euro steigen. Die Fluggesellschaften fordern daher, Einnahmen aus dem Emissionshandel stärker in nachhaltige Flugkraftstoffe (SAF) sowie neue Flugzeug-, Triebwerks- und Flugsicherungstechnologien zu investieren. Ziel müsse sein, die Dekarbonisierung der Luftfahrt voranzutreiben, ohne europäische Anbieter im globalen Wettbewerb zu benachteiligen.