Im Südkaukasus spitzt sich die geopolitische Lage Armeniens zu. Die Parlamentswahl am 7. Juni 2026 entscheidet nicht nur über die Regierung, sondern über die strategische Ausrichtung des Landes zwischen Russland, dem Westen und seinen Nachbarn. Washington fördert mit der „Trump Route“ einen Transitkorridor, während Moskau vor einer Abkopplung warnt und Teheran eine Einkreisung fürchtet. Armenien steht vor der Wahl, Brücke oder Pufferstaat zu sein. Die historische Erfahrung des Völkermords und die jahrzehntelange Isolation prägen das Misstrauen gegenüber externen Mächten. Ministerpräsident Paschinjan wirbt für eine Öffnung als „Crossroads of Peace“, doch die Skepsis, insbesondere gegenüber westlichen Geopolitik-Interessen, ist tief verwurzelt. Die Wahl ist damit eine Abstimmung über die Zukunft des gesamten Südkaukasus.