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Fischer: Tränenreiches Comeback auf Youtube – Inside Paradeplatz

Prometheus Redaktion
Fischer: Tränenreiches Comeback auf Youtube – Inside Paradeplatz

Roberto C. Feusi ist Publizist. 6.6.2026 Elf Jahre. Drei WM-Finals. NHL-Stars, die freiwillig aus Übersee anreisten: Patrick Fischer formte eine Weltklasse-Mannschaft, die jeder fürchten muss. Dann kam SRF, deckte Fischers Covid-Impf-Betrug auf. Fischer fertig. Heute folgte das Comeback-Video, aufgenommen im Zürcher Kaufleuten, live geschaltet auf Youtube um 13 Uhr. Fischer spricht – inszeniert, moderiert von einem PR-Profi, der „Führungskräfte fit für Interviews“ macht. Aufgenommen von einem ehemaligen Eishockey-Kollegen, dessen Filmfirma zeitgleich einen Kinofilm mit Fischer produziert. Ein Ex-Blick-Chefredaktor, der heute den Gast nicht hart anpackt. Fischer muss sich nicht fürchten – er erhält die Verlängerung seiner Bubble. Wer nie echten Widerspruch erfährt, beginnt Selbstbetrug für Aufrichtigkeit zu halten. Die Botschaft: Er habe ein Impfzertifikat fälschen lassen, weil sein Vertrag eine Covid-Klausel enthielt. Der Verband, sagt Fischer, habe von seiner kritischen Haltung zur Impfung gewusst. Trotzdem unterschrieb der Coach den Vertrag. Bei Nichterfüllung drohten Sanktionen von über einer halben Million Franken. 2019 bezog Fischer inklusive Prämien rund 300’000 Franken jährlich, was Kenner als grob unterbezahlt einstuften. Mindestens 600’000 sei marktgerecht. Bei der Verlängerung 2019 einigte man sich auf rund 400’000. Was er bis zur Olympia-Saison 2021/22 verdiente, dürfte deutlich höher gelegen haben. Danach auch. Fischer stand vor der Wahl: Ehrlichkeit und ein tragbarer Abzug. Oder Urkundenfälschung und weiter verdienen. Der Erfolgs-Trainer wählte die Fälschung. Keine Tragödie, er machte einfach eine persönliche Kosten-Nutzen-Kalkulation. Fischer verteidigt sich im Video: Er sei täglich getestet worden, nie positiv gewesen. Zwei Spieler mussten in Quarantäne. Er nicht. Der Hockey-Coach hatte sich bewusst für den Betrug mit folgender Testerei entschieden. Wer das „vertretbar“ nennt, verwechselt Glück mit Rechtfertigung. Am 15. April wurde Fischer freigestellt – nicht fristlos entlassen, seinen Rücktritt hatte er abgelehnt. Er bezieht offenbar weiterhin seinen vollen Lohn. Der Verband finanziert sich über Sponsoren, Medienrechte und Bundesbeiträge. Steuergeld fliesst also mit. Ob Swiss Ice Hockey die arbeitsrechtlichen Konsequenzen je ausgeschöpft hat, ist nicht bekannt. Mit seinen Behauptungen lädt Fischer zur Nachprüfung ein. Ein einfaches Mea culpa hätte mehr Eishockey-Ehre gehabt als das ganze Kaufleuten-Gesprächsvideo. Fischer sagt, er habe vorgehabt, irgendwann offen darüber zu reden – weil er viele Referate halte. Covid sei ja schon lange vorbei. Der Betrug als Vortragsthema. Die Fälschung als Wachstumsgeschichte für zahlende Zuhörer: Reue sieht anders aus. Am meisten irritiert seine Aussage „Dort bin ich mir treu geblieben“. Wer sich wirklich treu bleibt, trägt die Konsequenzen selbst. Die strafrechtliche Busse hat Fischer akzeptiert, die vertragliche Konsequenz – Vertragsstrafe zahlen, auf den Einsatz verzichten – nicht. Also fälschte er. Und kassiert bis heute. Fischer war dem Sport treu, dem Erfolg ebenso. Dem Deal mit dem Verband nicht. Das überschattet alles. Im Gespräch teilt er aus. Mit dem SRF-Journalisten habe eine Off-the-Record-Abmachung bestanden. Will heissen, der Sport-Reporter von Leutschenbach hätte Fischers Geständnis nicht verwerten dürfen. Zwei Mal falsch. Erstens widerspricht das Schweizer Fernsehen; Off the Record forderte Fischer erst im Nachhinein ein. Zweitens und wichtiger: Nur weil man ein Off-the-Record- oder Hintergrund-Gespräch führt, heisst das selbstverständlich nicht, dass die Information geheim bleibt. Der SRF-Redaktor machte seine Arbeit. Er beschaffte sich das Urteil des Luzerner Gerichts, mit den fast 40’000 Franken Strafzahlung – unbedingt. Off the Record war damit gar nichts mehr.

insideparadeplatz.ch

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