Frau Villalons Analyse bleibt leider an der Oberfläche. Die Grundthese – rechtskonservative Bewegungen hätten ihren Moment verspielt – ist durchaus diskutierbar. Doch statt belegter Argumente bietet der Text vor allem pauschale Etikettierungen: Wer rechts wählt, ist naiv oder käuflich; wer verliert, bestätigt die Theorie; wer trotzdem gewinnt, ist korrupt. Hinzu kommt ein auffälliger blinder Fleck: Korruption und Selbstbedienung werden ausschliesslich dem rechten Lager zugeschrieben, während die jahrzehntelange Geschichte linker und liberaler Skandale schlicht ausgeblendet wird.