Das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) des Kantons Solothurn steht vor einer grösseren Neuorganisation: Bis Ende 2028 soll aus den bisher fünf Standorten in Solothurn und Olten eine Konzentration auf nur noch deren drei erfolgen. Neben «künftigen Entwicklungen und veränderten Anforderungen» würden dabei auch «wirtschaftliche Überlegungen» im Vordergrund stehen. Das schreibt der Kanton in einer Mitteilung am Donnerstag. Hauptstandort des AWA bleibt nach wie vor die Untere Sternengasse 2 in Solothurn. Hier werden gemäss Mitteilung künftig die Organisationseinheiten Arbeitsbedingungen, Energie und Klima, die juristischen Dienstleistungen und die Services, mit Buchhaltung, Controlling, Personal und Logistik untergebracht sein. Die regionale Arbeitsvermittlung (RAV), die öffentliche Arbeitslosenkasse (ALK) und die Logistik Arbeitsmarktliche Massnahmen (LAM) werden in Olten und Solothurn neu zusammengefasst. In Olten passiert das schon per 1. November 2026, in Solothurn per 1. April 2027. Das RAV zieht an den Postplatz Dabei kommt es zu örtlichen Verschiebungen: Die genannten Amtsstellen werden in Solothurn neu in das Gebäude der ehemaligen Credit Suisse an der Wengistrasse 2 beim Postplatz ziehen. Damit hat auch das Rätseln ein Ende, was mit dem leerstehenden Gebäude passiert. Kurz nach dem Untergang der CS träumte der Solothurner Tourismusdirektor etwa davon, dass dort ein Hotel Platz finden könnte . Die anderen AWA-Standorte an der Sandmattstrasse 2, an der Rathausgasse 16 und an der Wengistrasse 11 werden nach dem Umzug nicht mehr weiterbetrieben. In Olten wird das AWA seine neue Adresse an der Solothurnerstrasse 21, im Gebäude Hammer 2, beziehen. Der bisherige Standort an der Solothurnerstrasse 121, nahe der Bushaltestelle Hammermühle, wird nicht mehr weiterbetrieben. Die neuen Standorte und die darin vorgesehenen Organisationseinheiten werden für die vom Bund an den Kanton delegierten Aufgaben des Arbeitslosenversicherungsgesetzes genutzt. Die Finanzierung erfolgt vollumfänglich durch den Bund über den Ausgleichsfond der Arbeitslosenversicherung. Mehr Bürgernähe und eine moderne Arbeitsumgebung Für die Neuordnung der Standorte gebe es laut Mitteilung mehrere Gründe: «Die Erwartungen der Kundinnen und Kunden an die öffentliche Verwaltung haben sich verändert. Gleichzeitig eröffnet die Digitalisierung neue Möglichkeiten beim Kontakt mit Bürgerinnen und Bürgern. Dies führt zu Anpassungen von betrieblichen Prozessen und Arbeitsformen.» Zudem nehme auch die Bedeutung der Arbeitgeberattraktivität zu. Mit der Konzentration und der gleichzeitigen Weiterentwicklung der Standorte werde dieser Entwicklung Rechnung getragen. «Die Standorte werden für Arbeitnehmende und Arbeitgebende attraktiver, gleichzeitig werden die zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel verantwortungsvoll eingesetzt», heisst es weiter. Dank zentraler Lage und guter Erreichbarkeit werde der Zugang für Kundinnen und Kunden erleichtert. Dasselbe gelte für den Arbeitsweg der rund 120 Mitarbeitenden in Solothurn und rund 35 Mitarbeitenden in Olten. «In Zukunft können zusätzliche Dienstleistungen integriert und Synergien genutzt werden – mit dem Ziel, den Service für Bevölkerung und Wirtschaft weiter zu verbessern», schreibt der Kanton. Die neuen Standorte würden sowohl den betrieblichen Anforderungen als auch den wirtschaftlichen Kriterien gerecht.