Politik ist ein Pendel. Politiker hingegen pendeln nicht, sie kreisen. Um Macht und insbesondere Geld. Lohnt es sich, freiwillig als kleiner Politsoldat in irgendeiner politischen Partei mitzuhelfen? Um Gottes Willen: Nein. Zum Kontext. Das Pendel schlug extrem auf eine Seite: Genderwahn, Klimaextremismus, Masseneinwanderung und alles, was dazugehört, Sie wissen schon. Eine Frage der Zeit, bis die Gegenbewegung einsetzte. Rechtskonservative Parteien und Bewegungen schossen weltweit wie Pilze aus dem Boden. In den USA erschuf die kontroverse Figur Donald Trump mit den zu kurz Gekommenen, den „Deplorables“, die MAGA-Bewegung, während ein junger Mann namens Charlie Kirk die Studenten auf die rechte Seite missionierte und ein Steve Bannon sich als überlebensgrosser Prophet ausgab. In Lateinamerika elektrisierte der von den evangelikalen Freikirchen portierte Jair Bolsonaro die Massen, und im krisengebeutelten Argentinien schwang Javier Milei die Motorsäge und versprach, die alten, goldenen Zeiten des Landes zurückzuholen. In Europa erklomm in Spanien die neugegründete Partei Vox aus dem Nichts ungeahnte politische Höhen, Marine Le Pen wurde als erste Madame la Présidente de la République Française gehandelt, und in Ungarn hielt sich Viktor Orban wie ein undiskutabler Sonnenkönig an der Macht. Auch in Deutschland wuchs die Alternative für Deutschland (AfD) zu einer echten Bedrohung für die etablierten historischen Parteien – mit Dominanz im neuen Osten der Bundesrepublik. Und nun Hand aufs Herz: Was ist eigentlich aus der grossen, globalen Pendelbewegung nach rechts geworden? Trump und seine Entourage haben sich als höchst korrupte und opportunistisch agierende Clique erwiesen. Der missionarische Charlie Kirk wurde an einer Studentenveranstaltung auf dem Uni-Gelände ermordet. Und der grosse Prophet Steve Bannon hat sich als reger Epsteingänger erwiesen. Bannon und Trump scheinen obskure Gesellen, denen der kleine MAGA-Amerikaner am Allerwertesten vorbeigeht. Bolsonaro ein brasilianischer Rohrkrepierer, Milei stürzt Argentinien noch mehr ins Elend, während er Patagonien israelischen Siedlern verschenkt, und Viktor Orban kann sich glücklich schätzen, wenn die ungarische Staatsanwaltschaft nicht seine jahrzehntelange Korruption ans Tageslicht bringt. (Unantastbarkeit gegen politisches Stillstehen der Fidesz Partei scheint der Deal zu sein.) Und in Kerneuropa? Nun, die europäischen Rechtsparteien hängen am finanziellen Tropf des Herrn Vladimir Vladimirowitsch Putin. Schlicht und einfach geschrieben, Putin hat die europäischen Rechtsparteien kassiert. Deshalb pilgert die AfD brav ans russische Wirtschaftsforum nach Sankt Petersburg und grüsst schön kotauartig die dortige Nomenklatura. Schwafeln was von deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen. Spaniens Vox Partei erhielt von ungarischen (Stroh-)Banken im Dunstkreis von Orban Grosskredite (8 Millionen Euro), die nach Russland rückverfolgbar sind. Dasselbe in der Grande Nation. Der ehemalige Front National der Le Pen-Dynastie wird mit Krediten einer russisch-tschechischen Bank beglückt (12 Millionen), einer Bank die passenderweise nachträglich in Konkurs gerät und von der Bildfläche verschwindet. Billigst-Prostitution des rechten Lagers? Wie endet die Sache? So wie sie angefangen hat. Das Pendel wird zurückschlagen. Orban weg, Le Pen erreicht nichts, Vox ein Selbstbedienungsladen des Parteigründers. Trump und Co. eine lahme, korrupte Enten-Truppe nach den Midterms. Weidel und Konsorten versinken in deutscher Nörgelei in Endlosschlaufe, ohne echten Mehrwert für die Gesellschaft. Doch für alle Beteiligten und ihre Nachfolger gilt: The show must go on, denn das Pendel wird früher oder später zurückschlagen. Bisweilen lebt es sich recht gut mit russischen Millionen. Ach ja: Was ist eigentlich in der Schweiz los im rechten Lager? Die Antwort überlasse ich Ihnen in den Kommentarspalten. Danke für Ihre Aufmerksamkeit in dieser Sache.