Das Repair-Café Bremgarten wurde vom Verein Läbigs Bremgarte lanciert und feierte am 9. Mai Premiere. Vierzehn Freiwillige arbeiteten an fünf Stationen: Textil, Schleifen, Mechanik, Elektro und IT. Das nächste Repair-Café findet am 31. Oktober statt. Die Reparatur bleibt kostenlos und ohne Anmeldung. Eine Lampe, die plötzlich nicht mehr angeht, ein Reissverschluss, der klemmt, eine verbogene Gartenschere oder ein T-Shirt mit einem Loch: Bei welchem dieser Probleme machen Sie sich selbst ans Werk, wann gehen Sie damit zu einem Spezialisten und welche Gegenstände werden direkt entsorgt? Falls Sie zu Letzterem tendieren, sind Sie damit nicht allein. Der individuelle Verschleiss ist hoch: Dass es auch anders geht, beweisen verschiedene Schweizer Repair-Cafés im Kleinen. Ihre Zahl ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen und erreichte im Jahr 2025 mit 257 einen neuen Rekord. Nun hat auch Bremgarten eins. Vom defekten Staubsauger bis zur stumpfen Schere Vergangenen Monat feierte das Repair-Café Bremgarten, das vom Verein Läbigs Bremgarte ins Leben gerufen wurde, seine Première. «Die Idee dafür stiess in verschiedenen Kreisen auf Anklang», berichtet Jacqueline Bedo, die den Verein präsidiert. Anlässlich der Eröffnung lud das fünfköpfige OK dazu ein, defekte Gegenstände – vom «kaputten Toaster» bis zur «gerissenen Jacke» – ins Foyer des reformierten Kirchgemeindehauses Bremgarten zu bringen. Mit etwas Glück hielten die Leute ein paar Minuten später das gute Stück wieder geflickt in den Händen. Dies dank dem Einsatz von vierzehn engagierten Freiwilligen, die an fünf Ständen den Leuten zur Hilfe standen: Neben einem Schleif- und einem Textilstand waren auch ein Mechanik-, ein Elektro- sowie ein IT-Stand vorhanden. «Einige der Helfer und Helferinnen sind ausgebildete Fachleute, andere reparieren gerne hobbymässig», erklärt OK-Mitglied Matthias Tuchschmid. «Das macht aber gar keinen so grossen Unterschied. Was uns vereint, ist ein handwerkliches Geschick und die Freude am Reparieren», so Tuchschmid. Bei der ersten Ausgabe des Repair-Cafés Bremgarten konnten insgesamt 49 von 69 Gegenständen repariert werden. Dabei ergaben sich je nach Stand beträchtliche Unterschiede: Lag die Erfolgsquote bei den Schleifwaren, Kleidern und mechanischen Geräten bei praktisch 100 %, bereitete dem Reparatur-Team die Reparatur von Elektrogeräten mehr Mühe: Von den 28 Geräten, konnten 17 nicht repariert werden. Was möglich ist – und was nicht «Wir richteten uns nach den Empfehlungen des Konsumentenschutzes, nicht länger als eine halbe Stunde für ein Gerät zu investieren», erklärt Jacqueline Bedo. Wie anspruchsvoll die Reparatur eines Elektrogeräts sein konnte, erlebte auch Matthias Tuchschmid vor Ort: «Bei einem Roboterstaubsauger hatten wir nur schon eine halbe Stunde, bis wir das Teil aufgeschraubt hatten», ergänzt Tuchschmid. «Hier mussten wir uns eingestehen: Diese Reparatur sprengt unseren Rahmen.» «Das den Kundinnen und Kunden zu erklären, fiel uns nicht leicht», so Bedo. Diese hätten jedoch alle Verständnis gehabt. «Wer kein funktionierendes Gerät zurückerhielt, wurde dafür mit Kuchen vertröstet», sagt er. Gerade dieser soziale Aspekt sei mindestens genauso wichtig, wie das Gerät an sich. «Übrigens ist es im Repair-Café nicht so, dass die Besucher nur zuschauen. Hier arbeiten wir zusammen», ergänzt Tuchschmid – so wie beim Aufbauen von IKEA-Möbeln. «Und hier lernt man auch voneinander», so Bedo. «So konnten wir zwar dem Mann mit dem Roboterstaubsauger nicht weiterhelfen. Doch seine Tochter hatte solche Freude an der Reparatur, dass wir ihr gleich zeigten, wie man lötet», erzählt Tuchschmid: «Genau solche Momente machen diese Arbeit wert.» Bis zum nächsten Repair-Café müssen sich Interessierte noch etwas gedulden. Dieses findet am 31. Oktober statt. Auch dann wird wieder geschraubt, gelötet, genäht und geflickt. «Da besonders die Reparatur der elektronischen Geräte herausfordernd war, werden im Oktober voraussichtlich mehr Experten vor Ort sein», so Tuchschmid. Eine Anmeldung ist nicht nötig, die Reparatur ist kostenlos. Interessierte Helfer können sich melden unter [email protected]