6.6.2026 Die NZZ am Sonntag nimmt heute einen prominenten Wirtschaftsführer ins Visier: Thomas Ahlburg. Der Deutsche mit Schweizer Zweitpass sitzt seit 3 Jahren im höchsten Gremium der SBB, im VR. Jetzt gerät er laut der Zeitung in einen Thriller. Im Zentrum steht die Übernahme eines Maschinenbauers für Schokolade und Pralinés. Die Knobel Gruppe. Diese war in der Covid-Zeit im 2021 in Schieflage geraten und suchte Käufer. Was zunächst gelang. Schliesslich kams 2022 doch zum Konkurs. Dann tauchte Ahlburg zusammen mit einem Partner als Retter auf. Deren Trikno AG übernahm die Werte der Knobel. Davor hatte es schon Kontakte zum SBB-Verwaltungsrat gegeben, der damals Aufgaben suchte: Er war als CEO von Peter Spuhlers Stadler AG ausgeschieden. Der alte Knobel-Chef und -Gründer, Guido Knobel, erhebt jetzt in der NZZ am Sonntag schwere Vorwürfe an die Adresse des SBB-Manns. „Nachdem Ahlburg bei uns mit seinem Angebot abgeblitzt war, schaffte er es etwas mehr als ein Jahr später dennoch ans Ziel und hat unsere Firma übernommen – ohne Schulden. Steckte dahinter ein Plan?“ Knobel sieht sich als Opfer eines Masterplans. „Es ging von Anfang an offenbar nur darum, mir die Firma zu entreissen.“ Heikel sind Transaktionen in stolzen Hunderttausenden von Franken, die nach der vermeintlichen ersten Rettung im Sommer 2021 bis zum Konkurs ein Jahr später von der Knobel Gruppe zu einem Berater gingen, der die Fäden zog. Dieser ist auf Tauchstation gegangen. Es handelt sich um einen Geschäftspartner von Ahlburg. Die Thurgauer Staatsanwaltschaft ist nach Strafanzeigen seit mehreren Monaten dran am Fall. Ob sie tatsächliche ein konktretes Ermittlungsverfahren gestartet hat, wollte sie auf eine Anfrage im Februar gegenüber diesem Medium nicht sagen. „Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich Ihnen lediglich mitteilen, dass im von Ihnen erwähnten Zusammenhang eine Strafanzeige bei unserer Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsstraffälle und Organisierte Kriminalität eingegangen ist und derzeit geprüft wird“, so ein Sprecher. „Da Wirtschaftssachverhalte häufig umfangreich und komplex sind, werden wir frühestens ab April 2026 etwas dazu kommunizieren können.“ Jetzt hat die NZZ am Sonntag den Fall publik gemacht. Laut der Zeitung ist noch immer nicht entschieden, ob ein Strafverfahren eröffnet wird. Die Rede ist weiterhin davon, dass die Behörde am Prüfen sei. „Ich weiss von keinem Verfahren gegen die heutigen Verantwortlichen und wurde persönlich von den Behörden nie angefragt.“ „Er sei mit dem Kauf der Konkursmasse ‚erhebliche finanzielle Risiken eingegangen‘ und habe den Neustart ‚in jeder Hinsicht korrekt umgesetzt‘.“ „Trotz zahlreichen Herausforderungen ist dies bisher gelungen und hat rund fünfzig hochqualifizierte Stellen gesichert.“