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Schnell Bargeld fürs Auto: Optionen & Risiken in der Schweiz

Prometheus Redaktion
Schnell Bargeld fürs Auto: Optionen & Risiken in der Schweiz

Jedes Fahrzeug hat einen Preis X gekostet. So nützlich das Auto auch sein mag, es ist damit gebundenes Kapital. Das lässt sich zumindest teilweise freisetzen und das nicht nur durch den simplen PW-Verkauf. Max Muster ist glücklich: Seit er vor anderthalb Jahren einem Kollegen dessen jung-gebrauchten Subaru Foresterfür sehr freundschaftliche 27’000 Franken abkaufen konnte, sind er und das SUV seit fast 15’000 Kilometern unzertrennlich. Eines allerdings bereitet Herr Muster Bauchschmerzen: Die 27’000 Franken konnte er zwar ohne Kredit bezahlen, seitdem herrscht auf seinem Sparkonto jedoch Tiefstand. Schuld sind nicht zuletzt die gestiegenen Lebenshaltungskosten. Sollte jetzt etwas Unerwartetes geschehen, etwa die Heizung in Herrn Musters Keller den Geist aufgeben, hätte der Mann aus dem nordwestlichen Solothurn ein Problem. Der einzige Ausweg wäre wohl ein Kredit bei der Bank. Bloss ob er den ohne Weiteres erhält, ist offen. Diese Geschichte ist fiktiv. Die darin angeführten Faktoren sind jedoch sehr real: Ein eigenes Auto ist für viele Schweizer Haushalte unverzichtbar. Gleichzeitig bindet ein Fahrzeug oft beträchtliches Kapital. Gerade in Zeiten steigender Lebenshaltungskosten stellt sich deshalb immer häufiger die Frage: Lässt sich aus dem eigenen PW kurzfristig Geld machen, ohne gleich auf Mobilität zu verzichten? Die kurze Antwort: Ja, aber je nach Modell unterscheiden sich die Konsequenzen deutlich. Wer sein Auto zu Geld machen will, sollte die wichtigsten Varianten kennen und vor allem verstehen, worin sie sich grundlegend unterscheiden. Verkaufen und weiterfahren: Das Prinzip Sale-and-Rent-back Wie aufgezeigt, kann die Kostenfrage durch das Auto sehr gross sein. Angesichts dieser Tatsache sind insbesondere Alternativen zum Autopfandhaus immer gefragter. Modelle, bei denen Fahrzeugeigentümer ihr Auto zu Geld machen können, ohne es im Alltag aufgeben zu müssen. Dabei handelt es sich nicht um ein klassisches KFZ-Pfandhaus, sondern um ein sogenanntes Sale-and-Rent-back-Prinzip; hierzulande bekannt- und grossgemacht durch den Anbieter Pfando als Alternative zum KFZ-Pfandhaus. Im Kern ist der Ablauf einfach: 1. Erstkontakt & Bewertung Nach einem online oder telefonisch erfolgten Erstkontakt begibt man sich mit dem Wagen zu einem Vor-Ort-Termin, wo das Fahrzeug durch Profis begutachtet und bewertet wird. Anschließend erhält man ein umfassendes Beratungsgespräch samt Angebot. 2. Verkauf & Auszahlung Sollte das Angebot zusagen, verkauft der Eigentümer seinen Wagen an Pfando und erhält noch am selben Tag die vereinbarte Summe ohne jegliche Umwege über Betreibungsregisterauszüge oder Bonitätsprüfungen. Der Wert des Fahrzeugs ist Nachweis genug. 3. Rückmiete & Weiterfahren Im gleichen Zug mietet der einstige Eigentümer „sein“ Auto von Pfando zurück und kann damit sofort den Platz wieder verlassen. Über die kommenden Monate zahlt der Fahrzeugbesitzer nun eine vertraglich vereinbarte Miete als Nutzungsgebühr für den Wagen. Für viele Halter kann das eine interessante Option sein; insbesondere dann, wenn klassische Finanzierungen etwa aufgrund eingeschränkter Bonität oder negativer Einträge nicht infragekommen. Allerdings sollte man sich über einen entscheidenden Punkt im Klaren sein: Mit dem Verkauf geht das Eigentum am Fahrzeug vollständig auf den Anbieter über. Das bedeutet konkret: Das Auto gehört rechtlich nicht mehr dem bisherigen Eigentümer und die weitere Nutzung erfolgt im Rahmen eines Mietverhältnisses. Klassische Autopfand-Modelle: In der Schweiz nur eingeschränkt relevant Der Begriff „Auto beleihen“ wird häufig im Zusammenhang mit klassischen Pfandmodellen verwendet, also dem, was man landläufig als KFZ-Pfandhaus oder Autopfandhaus kennt. Dabei wird das Fahrzeug als Sicherheit hinterlegt, um kurzfristig Geld zu erhalten. Typische Merkmale solcher Konstruktionen: – Das Fahrzeug dient als Pfand für einen Kredit. – Bei Rückzahlung kann es wieder vollständig ausgelöst werden. – Bei Zahlungsausfall droht die Verwertung des Pfands. Das Problem in der Schweiz In der Schweiz ist das Pfandleihgewerbe vergleichsweise streng reguliert. Grundsätzlich müssen die Kantone es bewilligen und können es sehr frei einschränken; unter anderem in Zürich, Genf, Aargau und Schwyz existieren deshalb faktisch keine privaten Pfandleiher. Entsprechend sind klassische Modelle, wie man sie aus anderen Ländern kennt, hierzulande nur sehr eingeschränkt verbreitet. Für Halter bedeutet das: Wer nach einer Möglichkeit sucht, sein Auto auf diesem Weg zu Geld zu machen, stösst in der Praxis häufiger auf alternative Ansätze, etwa den erwähnten Verkauf mit Weiternutzung statt klassischer Beleihung. Den Wagen vermieten: Zusatzverdienst mit Einschränkungen Glaubt man den Statistikern, dann ist ein durchschnittliches Auto in der Schweiz tagtäglich nur eine sehr kurze Zeit unterwegs. Rechnerisch sind es ungefähr eine bis anderthalb Stunden. Den grossen Rest des Tages sind Fahrzeuge demnach „Stehzeuge“. Das wäre nicht schlimm, wenn das Stehen kostenneutral wäre. Ist es jedoch nicht: Geldmittel bleiben blockiert Motorfahrzeugsteuer Motorfahrzeugversicherung Zeitbasierte Service-Intervalle Wertverlust des Fahrzeugs Ggf. Stellplatz- oder Parkhauskosten All das fällt auch an, wenn der Wagen steht. Da liegt nicht nur theoretisch die Idee nah, das eigene Auto in der Zeit zu vermieten. Unter anderem bei Wohnmobilien ist das längst etabliert, allerdings bei klassischen PW nur bedingt. Grundsätzlich ist auch eine private PW-Vermietung in der Schweiz möglich, etwa über Carsharing-Plattformen, im privaten Umfeld oder punktuell für Anlässe oder Produktionen. Und damit lässt sich die Wirtschaftlichkeit bzw. Rentabilität durchaus deutlich steigern – je nach Fahrzeug. Dennoch hat das Prinzip in der Praxis klare Limits: Rechtliches & Versicherung Versicherung: Gewerbliche oder regelmässige Vermietung ist oft nicht automatisch gedeckt. Haftung und Schäden: Höheres Risiko durch wechselnde Nutzer Praktische Hürden Organisation: Übergaben, Reinigung und Abstimmung verursachen Aufwand Wertverlust: Zusätzliche Nutzung kann sich negativ auf den Fahrzeugwert auswirken Das heisst, rechtlich ist die Vermietung eines PW grundsätzlich zulässig. Entscheidend ist jedoch der Umfang: Während gelegentliche private Vermietung meist unproblematisch ist, können bei regelmässiger Nutzung zusätzliche Anforderungen entstehen, etwa bei Versicherung, Steuern oder gewerblicher Einordnung. Dadurch handelt es sich hierbei eher um eine mittel- bis langfristige Kostenoptimierung statt einer kurzfristigen Geldquelle. Autoverkauf: Die endgültigste Lösung Der naheliegendste Weg, um aus einem Fahrzeug Geld zu machen, ist nach wie vor der Verkauf an eine Privatperson oder einen Händler. Solange der Wagen komplett abbezahlt ist, also nicht beispielsweise eine Bank noch Rechte daran hält, ist der Ablauf stets gleich simpel: 1. Fahrzeug verkaufen 2. Kaufpreis erhalten 3. Mobilität neu organisieren Vorteile Die gesamte Kaufsumme wird in aller Regel sofort und komplett ausbezahlt Man kann an den Bestbietenden verkaufen Sämtliche Dauerkosten des Fahrzeugs fallen weg Nachteile Das Auto steht danach nicht mehr zur Verfügung Je nach Modell und Zustand kann es dauern, bis man ein vernünftiges Angebot erhält oder überhaupt einen Käufer findet Gerade in Regionen mit eingeschränktem öffentlichen Verkehr oder bei beruflicher Nutzung ist das oft keine realistische Option Daher kommt es hierbei unter anderem stark darauf an, wie man seine Mobilität künftig organisieren kann. Gerade in Regionen mit eingeschränktem öffentlichen Verkehr oder bei beruflicher Nutzung ist das oft keine realistische Option. Welche Lösung passt zu welchem Bedarf? Welche Variante sinnvoll ist, hängt stark von der individuellen Situation ab. Ein pauschales „besser“ oder „schlechter“ gibt es nicht, wohl aber klare Unterschiede im Charakter der jeweiligen Lösung. Sale-and-Rent-back kann sinnvoll sein, wenn … kurzfristig Liquidität benötigt wird, das Fahrzeug weiterhin genutzt werden muss, klassische Finanzierungen nicht verfügbar oder zu langsam sind. Vermietung passt, wenn … das Fahrzeug regelmässig planbar stillsteht, organisatorischer Aufwand kein Problem ist, eher zusätzliche Einnahmen als schnelle Liquidität im Fokus stehen. Ein Verkauf bietet sich an, wenn … das Fahrzeug nicht zwingend benötigt wird, auch laufende Kosten wegfallen sollen, eine klare, einfache Lösung im Vordergrund steht. Fazit: Schnelles Geld gibt es, aber nicht ohne Konsequenzen Das eigene Auto kann durchaus als finanzielle Reserve dienen und schnelles Geld freimachen. Die Bandbreite reicht vom klassischen Verkauf über Vermietung bis hin zu Modellen, bei denen das Fahrzeug zwar den Besitzer wechselt, aber weiter genutzt werden kann. Gerade letztere gewinnen an Bedeutung, weil sie zwei Bedürfnisse gleichzeitig bedienen: Liquidität schaffen und mobil bleiben. – Verkauf: Maximale Liquidität, aber keine Mobilität mehr – Vermietung: Zusatzeinnahmen, aber mittelfristig und mit Aufwand verbunden – Sale-and-Rent-back: Sofortige Liquidität bei erhaltener Mobilität verbunden mit Mietkosten Jeder Autobesitzer sollte allerdings vor einer endgültigen Entscheidung genau hinsehen, insbesondere bei Fragen rund um Eigentum, Kosten und langfristige Auswirkungen. Denn so unterschiedlich die Modelle sind, so unterschiedlich sind auch ihre Konsequenzen. Quelle Titelbild: Flux Kontext Fast

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