InterviewsMixesPodcast ·4. Juni 2026 Tanja Alison – Mix 156 & Interview Für den UBWG-Mix #156 zeigt sich Tanja Alison verantwortlich. Mit treibenden Sounds, die Baile Funk, Hard Bounce, Trance und Techno vereinen, begeistert die Künstlerin Dancefloors weit über ihre Basler Wurzeln hinaus. Zudem spricht sie mit uns über ihren Werdegang, ihre Inspirationsquellen und darüber, wie die Städte Berlin und Basel ihr künstlerisches Schaffen prägen. Check it out! Die in Basel ansässige DJ, Produzentin, Sängerin/Songwriterin Tanja Alison begeistert mit einer verspielten und einzigartigen Energie an den Decks. Ihr Sound pendelt zwischen Baile Funk, Hard Bounce, Trance und Techno, und punktet stets mit unerwarteten Einflüssen und emotionalen Spannungsbögen – persönlich, leicht chaotisch und voller Lieblingsmomente. Mit dem UBWG-Mix #156 nimmt uns Tanja Alison mit auf eine energiegeladene Reise. Druckvolle Sounds, hypnotische Flächen und überraschende Twists sorgen für eine packende Mischung mit viel Charakter. Im begleitenden Interview sprechen wir mit der Artist zudem über ihren Werdegang, Inspirationsquellen und darüber, wie die Städte Berlin und Basel ihr künstlerisches Dasein prägen. Have fun! *Die Tracklist findest du am Ende dieses Beitrags Tanja Alison auf Soundcloud I Tanja Alison auf Instagram Tanja, ein grosses Danke für deinen Beitrag zur Mix-Serie! Magst du uns erzählen, wie dein UBWG-Mix entstanden ist? Wo hast du ihn aufgenommen und welche Stimmung wolltest du einfangen? Tanja Alison: Vielen Dank für die Möglichkeit, Teil der Serie sein zu dürfen. Ich freue mich riesig, ein kleines Stück meiner Welt mit euch zu teilen und mehr über mich, meinen Weg und meine Musik zu erzählen. Der Mix ist tatsächlich ganz gemütlich bei mir zu Hause in meinem Zimmer entstanden, wo ich mir mein kleines Studio-Setup aufgestellt habe. Meistens gehe ich an Sets so heran, dass ich zwar eine Richtung oder ein Gefühl im Kopf habe, aber trotzdem genug Raum lasse, damit sich alles intuitiv entwickeln kann – je nach Stimmung und Energie. Genau so ist auch dieser Mix entstanden. Ich wollte etwas erschaffen, das gleichermassen verspielt, hypnotisch und energiegeladen ist, eher etwas härter (158 BPM), aber trotzdem mit einer gewissen Magie darin. Wie eine kleine nächtliche Fairy-Journey durch meine musikalische Welt. Viele der Tracks begleiten mich gerade persönlich sehr stark oder gehören zu meinen aktuellen Favoriten. Zugleich war es mir wichtig, auch Musik von Freund:innen einzubauen oder Tracks zu spielen, die mir als Inspiration zugeschickt wurden und die irgendwie hängen geblieben sind. Hinzu kommen einige meiner liebsten Transitions, die ich immer wieder gerne spiele, einfach weil sie sich für mich fast wie kleine Zaubertricks anfühlen und mir jedes Mal aufs Neue Spass machen. Am Ende ist der Mix wie ein kleines chaotisches Tagebuch aus Sounds geworden, voller Erinnerungen, Emotionen und Momenten, die mich gerade inspirieren. Und vielleicht kann ich damit auch den Menschen, die den Mix hören, kleine Erinnerungen oder neue Gefühle schenken. Das war eigentlich auch genau der Vibe, den ich einfangen wollte – etwas Persönliches. Deine Sets bedienen sich verschiedenster musikalischer Einflüsse. Wie wichtig ist es dir, verschiedene Genres miteinander zu verbinden und wie würdest du deinen Stil beschreiben? Tanja Alison: Mir ist es sehr wichtig, verschiedene Genres miteinander zu verbinden. Ich gebe mir viel Mühe, bei mir selbst zu bleiben und wirklich nur das zu spielen, was ich auch fühle und liebe und Wiedererkennungswert hat. Ich finde es schön, wenn man bei einem Set sofort merkt, wer dahintersteckt und welche Welt oder Energie die Person transportieren möchte. Ich spiele viel Baile Funk, gemischt mit Hard Bounce, Groove, Trance und auch Techno-Elementen. Ich liebe Kontraste – harte, treibende Sounds kombiniert mit etwas Verspieltem, Sinnlichem oder fast schon Verträumten. Genau diese Mischung macht meinen Stil aus. Ich würde sagen, mein Sound ist sexy, provokant und energiegeladen, aber zugleich auch süss, exotisch und irgendwie magisch. Fast wie eine kleine andere Welt, in die man für einen Moment eintaucht. Mir geht es nicht nur darum, Musik zu spielen, sondern darum, ein Gefühl zu erschaffen, das bleibt – etwas, zu dem man immer wieder gerne zurückkehrt. Ich möchte, dass meine Gigs für die Menschen ein Ort sind, an dem sie sich wiederfinden, loslassen und gemeinsam für einen Moment alles Schwere des Lebens vergessen und wegtanzen können. Eines der schönsten Komplimente, das mir je für ein Set gemacht wurde, war: «Du bringst den Leuten bei, wie man zu deiner Musik tanzt und wie man sich dabei fühlen soll, weil du es selbst vormachst während du spielst.» Und genau das bedeutet mir extrem viel. Ich möchte den Menschen die Energie geben, sich frei zu fühlen, loszulassen und einfach mitgerissen zu werden, auch denjenigen, die vielleicht noch gar nicht so viele Berührungspunkte mit dieser Musik hatten. An meinen Gigs sollen sich Menschen wiederfinden, loslassen und gemeinsam für einen Moment alles Schwere des Lebens vergessen. Tanja Alison Du bist in Basel verwurzelt, hast aber auch in Berlin gelebt, richtig? Wie hat sich dein musikalischer Weg entwickelt und welche Einflüsse aus beiden Städten prägen dich heute? Tanja Alison: Genau, ich habe die letzten 4.5 Jahre in Berlin gelebt und wohne seit Anfang März wieder in Basel. Irgendwie fühlt es sich an, als würden beide Städte komplett unterschiedliche Seiten von mir nähren: Berlin eher meine experimentelle, wilde und freie Seite und Basel die Seite, die mich erdet und emotional zuhause fühlen lässt. In Berlin habe ich Electronic Music Production & Performance studiert, was meinen musikalischen Weg natürlich extrem geprägt hat. Vor allem, weil ich dort zum ersten Mal wirklich die Freiheit hatte, mich auszuprobieren, mich neu kennenzulernen und herauszufinden, was ich eigentlich wirklich machen will. Ursprünglich bin ich mit dem Traum nach Berlin gegangen, Sängerin zu werden. Das war eigentlich der Grund für das Studium. Aber ich habe ziemlich schnell gemerkt, dass ich zu schüchtern bin, wenn es darum geht, vor anderen zu singen. Statt mich davon stoppen zu lassen, hat mich genau das irgendwie in eine experimentelle Richtung geleitet. Berlin hatte auf mich eine magische Wirkung – so, als würde die Stadt dir ständig neue Türen zeigen, von deren Existenz du vorher gar nicht wusstest. Dort wollen zurzeit gefühlt alle DJs werden und genau so bin auch ich eines Nachmittags in einer DJ-Booth gelandet. Ab der ersten Sekunde hat sich etwas daran extrem richtig angefühlt. Fast so, als hätte ich plötzlich etwas gefunden, das schon die ganze Zeit auf mich gewartet hat. Die Stadt hat mir extrem viel über mich selbst beigebracht, vor allem, wie wichtig es ist, einfach unapologetically man selbst zu sein. Durch die Menschen um mich herum, durch Nächte, Musik und die ganze Energie der Stadt bin ich auch immer tiefer in die Techno-Szene eingetaucht. Lustigerweise hätte ich früher nie gedacht, dass ich einmal so eine Verbindung zu Techno haben würde, weil ich ursprünglich eher mit House-Musik verbunden war. Aber Berlin hat meinen musikalischen Geschmack komplett geöffnet und erweitert. Basel bedeutet für mich dafür etwas ganz anderes. Hier sind meine Familie, meine engsten Freunde und auch mein Manager Marc zuhause. Die Stadt gibt mir Ruhe, Nähe und ein Gefühl von Verwurzelung. Gerade weil momentan viele meiner Gigs in der Schweiz stattfinden, hat es sich richtig angefühlt, wieder zurückzukommen. Im Moment fühlt es sich ein bisschen so an, als würde ich beide Welten in mir tragen, die Freiheit von Berlin und die Wärme von Basel. Und genau dazwischen entsteht auch mein Sound. Mit der «SPELLBOUND»-EP hast du kürzlich einen spannenden Einblick in deinen musikalischen Kosmos gegeben. Kannst du uns etwas mehr über die Entstehung des Projekts/der Veröffentlichung erzählen? Tanja Alison: «SPELLBOUND» ist ein sehr persönliches Projekt, weil ich damit versucht habe, eine etwas härtere Seite meines Sounds zu erkunden. Ich wollte Tracks produzieren, die ich auch selbst in meinen Sets spielen würde – mehr Druck, mehr Energie, mehr dieses hypnotische, bouncy, sexy Gefühl, das einen komplett einnimmt. Das war für mich aber gleichzeitig auch eine kleine Herausforderung, weil ich beim Produzieren immer wieder automatisch zu süssen Melodien und eher verträumten Sounds zurückfinde. Irgendwie findet sich diese verspielte, emotionale Seite einfach immer in meiner Musik wider. Genau deshalb bin ich aber auch besonders stolz darauf, wie sich «SPELLBOUND» am Ende entwickelt hat. Die Vocals auf der EP sind sehr persönlich. Es sind Worte oder Gedanken, die ich mir selbst immer wieder sage, wenn ich merke, dass Panik oder Unruhe hochkommt. Musik war für mich schon immer etwas sehr Emotionales und fast schon Meditatives. Wenn ich mich verliere oder overthinke, schliesse ich oft einfach die Augen, atme tief durch und fokussiere mich komplett auf den Bass und das vibrierende Gefühl in der Brust. Genau dieses Gefühl wollte ich in die Tracks einfliessen lassen, wie eine kleine Flucht in eine andere Welt, die gleichzeitig intensiv und beruhigend sein kann. Auch das Cover bedeutet mir extrem viel. Vanessa Pagano hat es für mich gezaubert und perfekt verstanden, wie sich das Projekt für mich anfühlt. Diese Figur ist wie eine Mischung aus Fee, Drache, Hase und Hexe, verspielt, mystisch, cute, aber gleichzeitig auch stark und leicht unberechenbar. Eigentlich genau die Energie, die «SPELLBOUND» hat. Deine Sets versprühen viel Energie und wirken sehr verbindend. Was bedeutet für dich ein guter Dancefloor-Moment und worauf achtest du beim Aufbau deiner Sets besonders? Tanja Alison: Ich versuche meine Sets meistens mit etwas zu eröffnen, das die Leute direkt überrascht oder neugierig macht. Etwas, das vielleicht nicht der typische Start ist, den man erwarten würde. Für mich sind Opening- und Closing-Tracks sehr wichtige Momente des Sets. Der Anfang entscheidet, ob die Leute in meine Welt eintauchen wollen und das Ende ist das Gefühl, das sie danach mit nach Hause nehmen. Während des Sets versuche ich, die Spannung konstant hochzuhalten und gleichzeitig genug Abwechslung reinzubringen. Gerade weil ich viele verschiedene Genres miteinander verbinde, finde ich es schön, wenn immer wieder unerwartete Momente entstehen und jede Person auf dem Dancefloor irgendwann einen Sound hört, der sie komplett abholt. Meine Sets sind aber definitiv stark von exotischen Baile-Funk-Einflüssen geprägt, Musik, bei der man einfach den Körper bewegen will, sich sexy fühlt, die Zeit vergisst und komplett loslassen kann. Ein perfekter Dancefloor-Moment ist für mich, wenn ich merke, dass plötzlich alle miteinander verbunden sind. Wenn die Leute hypnotisiert wirken, sich gegenseitig Energie geben und man spürt, dass niemand mehr darüber nachdenkt, was rundherum passiert. Mir ist es auch wichtig, mich während des Spielens mit der Crowd zu connecten, manchmal fast ein bisschen zu flirten, zu teasen oder einfach Energie hin und her zu schicken. Ich sehe ein Set nicht nur als das Spielen von Musik, sondern auch als gemeinsames Erlebnis und Entertainment. Deshalb gehe ich nach meinen Gigs oft noch zu den Leuten, bedanke mich fürs Tanzen oder quatsche mit ihnen. Und das Schönste ist immer, wenn Menschen dann auch zu mir kommen und sich bedanken, weil sie sich für einen Moment frei oder verstanden gefühlt haben. Genau dafür mache ich das alles. Werfen wir einen Blick nach vorne – gibt es Projekte, Auftritte oder persönliche Vorhaben, auf die du dich in der kommenden Zeit besonders freust? Tanja Alison: Ich freue mich über jeden neuen Gig und jede Anfrage, weil sich gerade alles wie eine spannende Reise anfühlt. Besonders schön finde ich auch, dass ich immer öfter die Möglichkeit erhalte, in anderen Städten und Ländern zu spielen. Das bedeutet mir extrem viel, weil man dadurch merkt, dass das künstlerische Tun auch Menschen ausserhalb der Bubble erreicht. Zu sehen, wie die Reichweite steigt und wie sich Leute an neuen Orten mit meinem Sound verbinden, macht mich unglaublich glücklich. Ein Highlight, auf das ich mich gerade besonders freue, ist mein Debüt im August im Hans Bunte Areal Club in Freiburg im Breisgau. Das fühlt sich irgendwie surreal an und ich bin jetzt schon super excited. Ausserdem stehen einige neue Releases, Collaborations und B2Bs an, auf die ich mich sehr freue. Gerade B2Bs liebe ich, weil dabei immer etwas sehr Besonderes entsteht. Man verbindet sich nicht nur musikalisch auf eine andere Weise mit dem anderen Artist, sondern auch mit der Crowd. Es fühlt sich oft wie ein gegenseitiger Energieaustausch an, man inspiriert sich gegenseitig, entdeckt neue Seiten an sich und erschafft gemeinsam Momente, die im Alleingang so nicht entstehen würden. Zusammengefasst: Ich erfreue mich gerade einfach sehr daran, weiter zu wachsen, neue Menschen kennenzulernen und meine kleine musikalische Fantasy-Welt weiter auszubauen. Im Interview für UBWG: Die Redaktion Tracklist Mix #156Boundless – Till the Night Is Done Miss Frenxh – What Now TSAVAGE – Brazil Daft Machromel – B.A.I.L.A GADDAM Trafulha – E Ai David? Suitside – Soul Healer Purple Mash, Mozzy Rekorder – Alizee J Balvin – Amarillo (Sinergys Vollgas Perreo Edit) Westfall & Betises – Nada Vai Tovar – NOVENTA (Edit) Racing Nokia – Pendulous Orbs BADMONDAY – SHOW ME THE MONEY (Unreleased) Keen Roy, MDDLTN – All I Hear ESHAUSTED – ASTAGA VISTA PETERBLUE – 40 de Fiebre Niotech x Yander – Rave Bomba Tanja Alison (Beitragsbild via bacio.gelato / Bilder im Beitrag via bacio.gelato & sam.sterland) Weitere Beiträge Schreibe einen Kommentar Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.