Beim Modul «Mahlzeit! Zeugnisse von fressen und gefressen werden» zeigt ein Schaukasten eine Art Krimitatort. Verschiedene Spuren liefern Hinweise darauf, wer hier wen gefressen hat. Man fühlt sich wie Miss Marple und so viel sei verraten: Es gibt hier einige Opfer. Die Natur ist brutal, man weiss es ja. Aufheiternd ist da der Hinweis von Meier, dass die Singdrossel, die auch in den Kriminalfall verwickelt ist, einen «bevorzugten Stein» hat, auf dem sie Schneckenhäuser zertrümmert. Drosselschmiede nennt sich das im Fachjargon. Solche (Fun-)Facts finden sich in der gesamten Ausstellung eingestreut. Man erfährt, dass der Urin eines katzenartigen Raubtiers aus Südostasien nach Popcorn riecht. Oder dass Spitzmäuse derart stinken, dass Katzen sie nicht fressen. Wissen in Häppchen Wissen ist in «Spuren – Fährten, Frass und Federn» konsequent in kurzen, verständlichen Häppchen aufbereitet. So springt man flink von einer Info zur nächsten und fühlt sich animiert, beim nächsten Waldspaziergang auf potenzielle Spuren zu achten. Einzig die Thematisierung menschlicher Spuren kommt etwas zu kurz. Sie fliessen nur punktuell an zwei, drei Stellen ein. Etwa wenn es um menschengemachte Bauten oder um Mikroplastik geht. «Der Mensch steht nicht im Fokus dieser Ausstellung. Er ist hier einfach als Teil der Natur zu verstehen, in die er mit seinem Handeln direkt eingreift. Einen Gegensatz von Mensch und Natur halte ich nicht für produktiv», erklärt Matthias Meier. Im Grunde unterscheide sich die Technisierung der Welt durch den Menschen ohnehin nur wenig vom Hügel-Bauen der Ameisen. «Nur ist der Einfluss von Menschen auf die Umwelt wesentlich massiver.» Mehr zur Verflechtung von Mensch und Umwelt gibt es ab dem Herbst. Dann wird anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Museums im Haus an der Rorschacher Strasse eine neue Ausstellung eröffnet. In «Mensch und Universum» gehe es um das Anthropozän. Man werfe darin einen Blick in den Weltraum, aber auch einen in die Welt, erzählt Meier. Nebst dem Hier und Jetzt sei auch die Zukunft ein Thema. Und die Frage, wie die Menschheit die Welt gestalten könne, sodass ein Leben darin lebenswert sei.