Darum geht es: Das Caffè Spettacolo am Bahnhof Baden schliesst nach dem Auslaufen des Mietvertrags mit der Stadt endgültig seine Türen. Valora bestätigt die Schliessung, nennt jedoch keine Gründe und plant vorerst keinen neuen Standort in der Stadt. Am Bahnhof Baden zeigt sich ein anhaltender Strukturwandel mit häufigen Mieterwechseln und neuen Nutzungskonzepten. Ein unscheinbares A4-Blatt verkündet die Hiobsbotschaft: «Ab 30. Mai bleibt das Spetti dauerhaft geschlossen.» Nur wenige Tage später ist bereits kaum mehr erkennbar, dass hier bis vor Kurzem noch italienische Kaffeekultur gepflegt wurde. Tische und Stühle sind entfernt, Stromkabel ragen aus Wänden und Decke. Betonschutt bedeckt den Boden, ein Besen lehnt verlassen an der Theke. Von der einst heimeligen Atmosphäre des Caffè Spettacolo am Bahnhof Baden ist nichts mehr übrig. Grund für die Schliessung ist der ausgelaufene Mietvertrag mit der Stadt Baden, wie das Unternehmen Valora – mitunter auch Eigentümerin von k kiosk – mitteilt. Dieses hatte das Kaffeebarkonzept 1999 ins Leben gerufen und war im Badener Metro-Shop exakt zehn Jahre lang präsent. Ein neuer Standort in der Stadt sei derzeit nicht geplant. Warum der Mietvertrag nun nicht mehr verlängert wurde, gibt das Unternehmen nicht bekannt. Auch zu Geschäftszahlen äussert sich Valora nicht. Ob wirtschaftliche Gründe eine Rolle spielten und ob der Standort nicht gut genug lief, ist daher unklar. Ebenso offen ist, wie es jetzt mit der Ladenfläche weitergeht. Derzeit finden am Standort Rückbauarbeiten statt, teilt die Stadt Baden mit. Sie ist Eigentümerin der Fläche im Metro-Shop. Ein Nachmieter sei aktuell nicht bekannt. Weitere Wechsel prägten den Standort Der Abschied des Caffè Spettacolo steht dabei nicht isoliert. Der Bahnhof Baden ist seit Jahren einem stetigen Wandel unterworfen, geprägt von wiederkehrenden Wechseln bei Mietern und Konzepten. Nicht zuletzt auch, weil er vor wenigen Jahren umfassend saniert wurde. Besonders sichtbar wird dies am heutigen «Mio»-Minishop schräg gegenüber des ehemaligen «Spettacolo»-Standorts. Er eröffnete vor rund einem Jahr, nachdem gleich zwei Donut-Konzepte nacheinander scheiterten. «Royal Donuts» schloss bereits ein Jahr nach der Eröffnung, während die US-Kette Dunkin’ Donuts immerhin sechzehn Monate am Standort blieb. Die hohe Fluktuation zeigt sich auch an anderen Beispielen: Aldi und Alnatura haben ihre Filialen per Ende 2025 respektive Anfang 2026 geschlossen. Nach dem Hofladen «Rüedu», der bis Oktober 2023 im Bahnhof vertreten war, verschwand mit letzterem erneut ein Anbieter aus dem Bio-Segment. Auf den Aldi im ehemaligen Postgebäude folgt eine Filiale der deutschen Drogeriekette Rossmann. Im historischen Bahnhofsgebäude selbst – dem ältesten Bahnhofgebäude der Schweiz – kam es in den vergangenen Jahren ebenfalls zu mehreren Wechseln. Aus dem Bistro Railone wurde «Papa Burrito», das Caffè Uno übernahm einen Teil des ehemaligen Starbucks-Standorts. Anstelle der früheren Espressobar zog ein Avec ein, das Convenience-Konzept von Valora. Im Untergeschoss des Metro-Shops eröffnete zudem der Schokoladenhersteller Läderach im Sommer 2024 eine Filiale. Es sind nur einige Beispiele, die zeigen, welch ständigem Wandel der Bahnhof unterliegt.