Meistens fliegt die Banque Cramer unter dem Radar. Dabei zählt sie auf dem Finanzplatz Genf zu den historischen Adressen. Auch hat sie in Zürich, Lugano und Dubai einen Ableger. Jetzt geht bei der Cramer-Bank die Post ab. Die Finma ist im April beim Vermögensverwalter einmarschiert. Enforcement. Die Cramer haben heikle Russen-Kunden bei sich. Als Sofortmassnahme muss die Cramer ihre Russen-Klientel verkleinern. MBaer lässt grüssen. Das Ungemach ist noch viel grösser. Cramer hat einen grossen Hauptaktionär, die Norinvest von Gustav Stenbolt. Stenbolt ist kein Unbekannter im Schweizer Banking. Er war einst bei der Valartis und machte immer wieder von sich reden. Als Vertreter des Ankeraktionärs sass Stenbolt als Vize im VR der Cramer. Jetzt nicht mehr. Sein Mandat zuoberst bei den Genfern lief aus – notgedrungen. Die Cramer hatte nämlich laut einer Quelle eine Geldwäscherei-Meldung abgesetzt. Offenbar hatte die heikle Transaktion einen Bezug zu Stenbolt. Zu den Wirrungen kommt ein Geschäftszerfall hinzu. Der operative Gewinn der Cramer sackte 2025 von über 10 auf unter 3 Millionen ab. Der Reingewinn zerrann wie Butter im August. Von 7,2 auf noch mickrige 1,4 Millionen. Die Besten springen von Bord. Der wichtigste Kundenberater, der laut der Auskunftsperson im Alleingang jährlich 5 Millionen Einnahmen generierte, wechselte zu einem Externen Vermögensverwalter. Laut einer weiteren Quelle sind jetzt auch der Finanzchef und die Risikochefin weg. Er freiwillig, sie weniger. Ein grosses Beraterteam habe jüngst ebenfalls die Cramer verlassen. „Dieser Abgang schmerzt die Bank stark“, so der Insider. Von sich aus hat sich Cramer von einem Ex-CS Private Banker getrennt, der im US Steuerstreit unter die Räder gekommen war. Er soll nie das gebracht haben, was seine Chefs sich von ihm erhofft hatten. „Wer geht jetzt noch zur Cramer?“, fragt ein Headhunter. Die Finma hielt sich auf Fragen bedeckt. „Wir weisen Sie auf die Vertraulichkeit der Aufsichtstätigkeit der FINMA hin“, hiess es in Bern. „Die FINMA äussert sich grundsätzlich nicht zu ihrer Aufsichtstätigkeit oder zu Einzelfällen.“ Die Banque Cramer selber wollte sich nicht zu Fragen rund um das Ausscheiden von Gustav Stenbolt aus dem VR, die Finma und den Gewinneinbruch äussern.