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Beschädigtes Wandgemälde an der Kanti Wettingen: Rettung offen

Prometheus Redaktion

Vier Jahre Arbeit in nur wenigen Minuten zerstört: Die Künstlerin Klodin Erb war erschüttert, als sie die Bilder des Vandalenakts an der Kanti Wettingen sah. «Ich bin total erschrocken. Ich habe das Bild genau an meinem Geburtstag bekommen. Das war natürlich irrsinnig streng, das Bild zu sehen, das so zerstört ist», sagt sie im Gespräch mit Tele M1. Sie geht nicht davon aus, dass den Vandalen bewusst ist, wie viel Arbeit dahintersteckt. Das Wandgemälde malte sie – wie im Mittelalter – mit Naturpigmenten auf den Putz. Diese Freskotechnik, also das Malen auf frischem, noch feuchtem Putz, musste die Künstlerin zunächst erlernen. «Dem Ganzen gingen intensive Recherchen voraus», sagt sie weiter. So sei sie unter anderem bereits ein Jahr vor der Realisierung des Gemäldes an der Kanti Wettingen nach Pisa gereist, um verschiedene Fresken zu studieren. «Der Kanton Aargau sieht sich als Kulturkanton» Nebst den Sprayereien verwüsteten bisher Unbekannte auch die Bibliothek der Kanti und verteilten einen Teil der Bücher auf dem Dach der Schule. Das konnte zwar aufgeräumt werden. Anders sieht es beim Wandgemälde aus. Um es zu retten, hat die Kanti Wettingen Gespräche mit einem Restaurator aufgenommen. «Der Kanton Aargau versteht sich als Kulturkanton, das sieht man auch hier in dieser Anlage. Daran wollen wir festhalten. Wir wollen das Feld nicht räumen und den Vandalen preisgeben», sagt Kanti-Wettingen-Rektor Paul Zübli. Ein Abwägen von Möglichkeiten Nicht zuletzt deshalb, weil das Wandgemälde rund 150'000 Franken kostete. Laut dem Restaurator gibt es nun drei Möglichkeiten. Die erste sei, die Wand wieder weiss zu überputzen. «Die andere Möglichkeit wäre, die Sprayer-Tags irgendwie zu integrieren, was ich allerdings etwas schwierig fände. Die dritte Möglichkeit wäre, dass die schwarzen Übermalungen vom Restaurator abgetragen werden und ich das Ganze anschliessend restauriere», erklärt Klodin Erb weiter. Die Kanti Wettingen wird sich nächste Woche für eine der zur Wahl stehenden Möglichkeiten entscheiden. Für die Künstlerin ist klar: Sie will das Gemälde restaurieren, auch wenn die Wunden und Narben sichtbar bleiben werden, die der Vandalenakt hinterlassen hat. ( niz) Mehr dazu im Bericht von Tele M1:

www.zofingertagblatt.ch

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