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Galaxus streicht 380'000 Produktbewertungen

Prometheus Redaktion

Die Klimaanlage kostet bei Galaxus 999 Franken. Und sie ist «modern, leise, zuverlässig». Das jedenfalls meint ein Käufer und gibt dem Gerät 5 Sterne. Damit ist er nicht allein, auch andere bewerten das Modell positiv und verteilen viele Sterne. Kunden beraten also letztlich Kunden. Das ist die Idee hinter den Bewertungen, bei denen die Käufer öffentlich mitteilen, was sie vom eben erstandenen Produkt halten. Zusätzlich dienten die Kunden-Bewertungen dem Onlinewarenhaus als Basis für seine breit angelegte Werbekampagne. Doch nicht alle Kunden, welche die maximale Sternen-Zahl und Lobeshymnen abgeben, haben eine Kaufhistorie, wie Galaxus nun am Montag bekannt macht. Wie etwa bei der Produktbewertung eines Einbrecherschutzes namens «Kevin». «Mitarbeitende des Herstellers und Personen aus deren Umfeld hatten das Produkt überschwänglich beurteilt, ohne es gekauft zu haben», teilt Galaxus mit. «Der Fall war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.» Ab sofort lassen die beiden Onlineshops Galaxus und Digitec, die zur Migros-Gruppe gehören, nur noch Bewertungen von Kundinnen und Kunden zu, die ein Produkt beim Onlinehändler bestellt und bereits erhalten haben. Damit werden die Hürden fürs Abgeben einer Bewertung erhöht. Denn bis anhin konnten alle Personen mit einem Nutzerkonto uneingeschränkt Sterne vergeben und Rezensionen schreiben – mit unliebsamen Folgen: So hätten gewisse Marken und Hersteller die Bewertungen ihrer Produkte frisiert – «und womöglich auch Produkte von Konkurrenten böswillig schlecht bewertet». Zwar war bei der Rezension jeweils vermerkt, ob ein User ein Produkt gekauft hat oder nicht. «Aber das war leicht zu übersehen», wie Galaxus jetzt einräumen muss. Die Regeländerung hat nun auch Konsequenzen für bereits abgegebene Bewertungen. Galaxus und Digitec löschen sämtliche bisherigen Bewertungen von Kundinnen und Kunden, die ein Produkt nicht gekauft hatten. Betroffen sind knapp 4 Prozent aller abgegebenen Meinungen, also rund 380'000 Bewertungen. Der Einbrecherschutz «Kevin» war gemäss Galaxus übrigens bloss der Auslöser für die Änderungen der Spielregeln beim Bewerten. «Hinter den Kulissen» hatte Galaxus schon länger «mit missbräuchlichen Bewertungen zu kämpfen». Damit sei jetzt Schluss.

www.zofingertagblatt.ch

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