Der Neubau schafft Schulraum für zusätzliche Primarklassen ab dem Schuljahr 2028/29. Ein eigener Pausenbereich soll Spannungen zwischen jüngeren und älteren Schülerinnen und Schülern reduzieren. 192 neue Schutzraumplätze gleichen das bestehende Defizit an Schutzplätzen aus. Neue Wegeführungen und ein Trottoir sollen die Zugänge zur Schulanlage sicherer machen. Während Wettingen und Fislisbach am Abstimmungssonntag, 14. Juni, über millionenschwere Schulraumprojekte an der Urne entscheiden, befindet die Gebenstorfer Stimmbevölkerung an der Sommergmeind vom 11. Juni über die zweite Etappe des Schulhauses Brühl 3. Der Gemeinderat beantragt dafür einen Baukredit von 12,4 Millionen Franken. Vor einem Jahr hatte die Gemeindeversammlung einem Kredit über 745’000 Franken für die Projektierung von Brühl 3.2 zugestimmt, inklusive Verlegung des heutigen Primarschulpausenplatzes. Nun liegt das ausgearbeitete Projekt vor. Geplant ist ein dreigeschossiger Erweiterungsbau direkt neben dem bestehenden Schulhaus Brühl 3, das 2020 eingeweiht wurde. Vorgesehen sind zehn Klassenzimmer, zehn Gruppenräume, zwei Fachräume sowie weitere Räume für Spezialunterricht. Zusammen mit dem bestehenden Gebäude soll eine Einheit entstehen. Die Gemeinde begründet den Ausbau mit den steigenden Schülerzahlen. Bis zum Schuljahr 2028/29 rechnet die Gemeinde mit zusätzlichen Primarklassen, für die in den bestehenden Schulhäusern kein Schulraum mehr vorhanden ist. Der Neubau soll deshalb bis zum Winter 2028/29 fertiggestellt sein. Eigener Pausenbereich für jüngere Schüler Zudem erachtet der Gemeinderat einen eigenen Pausenbereich für die jüngeren Schülerinnen und Schüler als wichtig. Dieser sei innerhalb des Schulareals ein essenzieller Rückzugsort für die Primarschulkinder. Seit der Eröffnung des Schulhauses Brühl 3 teilen sich Primar-, Sekundar- und Realschüler den zentralen Pausenplatz. Das führte in der Vergangenheit zu Spannungen, auch wegen religiöser und ethnischer Unterschiede (diese Zeitung berichtete). Geplant sind zudem zusätzliche Spiel- und Aufenthaltsbereiche, Grünflächen sowie Begegnungszonen. Ausserhalb der Schulzeiten sollen die Anlagen auch der Öffentlichkeit offenstehen. Aufgrund der schlechten Tragfähigkeit des Baugrunds waren laut Traktandenbericht auch Stabilisierungsmassnahmen ein zentrales Thema. Ohne Kellerräume hätte der Neubau auf Pfählen abgestützt werden müssen, was Mehrkosten verursacht hätte. Im Sinne einer zukunftsgerichteten Bodennutzung entschied der Gemeinderat daher, ein Untergeschoss zu planen, das die nötige Stabilisierung ermöglicht. Die geplante Unterkellerung ist in zwei Bereiche unterteilt: Einerseits sind Archiv- und Lagerräume vorgesehen, andererseits ein öffentlicher Schutzraum mit 192 Plätzen. Die Gemeinde weist derzeit ein Defizit von 157 Schutzplätzen auf (Stand Februar 2026). Um wieder genügend Schutzplätze zur Verfügung zu haben, sollen diese im Untergeschoss geschaffen werden. Die Mehraufwendungen für die Schutzräume werden durch einen kantonalen Ersatzbeitrag von rund 200'000 Franken finanziert. «Damit schafft die Gemeinde Gebenstorf eine Reserve an Schutzplätzen für die Zukunft», hält der Gemeinderat fest. Teil des Projekts ist zudem ein Verkehrskonzept für das gesamte Schulareal. Vorgesehen sind ein neues Trottoir entlang der Brühlstrasse, fünf zusätzliche Parkplätze an der Friedhofstrasse sowie Anpassungen am Fussweg zwischen Mehrzweckhalle und Neubau. Damit sollen die Zugänge zur Schulanlage sicherer und übersichtlicher gestaltet werden. Nebst dem Schulhauskredit befinden die Stimmberechtigten über die Rechnung 2025. Diese schliesst mit einem Ertragsüberschuss von rund 572'000 Franken ab. Budgetiert war ursprünglich ein ausgeglichenes Ergebnis. Höhere Steuererträge und verschiedene Sondereffekte sorgten dafür, dass der Abschluss besser ausfiel als erwartet.
Gebenstorf schafft mit Schulhaus-Neubau 192 Schutzraumplätze