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Implenia und Lombard Odier rufen Mitarbeiter zu Nein auf – Inside Paradeplatz

Prometheus Redaktion
Implenia und Lombard Odier rufen Mitarbeiter zu Nein auf – Inside Paradeplatz

6.6.2026 Das heilige Gebot der Schweizer Wirtschaft, sich nicht in Volks-Abstimmungen einzumischen, wird gerade mit den Füssen getreten. Das zeigen die Implenia und die Lombard Odier. Der bekannte Bau-Gigant und die Nummer 3 des Schweizer Pure-Play-Private-Bankings wollen ihr Personal von einem Nein überzeugen. Man habe soeben „ambitionierte Wachstumsziele“ offengelegt, lässt die Implenia-Spitze ihre Leute wissen. „Ohne ausländische Fachkräfte auf unseren Baustellen und in unseren Büros wird es herausfordernd, diese zu erreichen.“ Der Urnengang vom Sonntag sei „a major issue for our country“, ruft die Lombard Odier den Mitarbeitern am Hauptsitz Genf sowie in den Ablegern in Zürich, Zug und weiteren Orten im Land zu. Sobald 10 Millionen in der Schweiz leben würden, müsse die Schweiz „ihre Abmachung mit der EU über die Personenfreizügigkeit“ beenden. Dieser Schritt führe wohl zur Aufhebung „of the other bilateral agreements“, so die Partner der Genfer Traditionsbank. Einen derartigen Aufruf an die Angestellten rund um eine Abstimmung habe er „wirklich noch nie gesehen“, sagt ein Insider. Der Text findet sich seit letztem Mittwoch im Intranet der Bank. Beide Firmen schreiben nicht explizit, dass ihre Angestellten ein Nein in die Urne legen sollen. Doch die gewählten Sätze lassen keine Zweifel offen, was das jeweilige Management bezweckt. Nämlich, dass die Mitarbeiter die SVP-Vorlage ablehnt. Wichtig sei, am Urnengang teilzunehmen, betonen beide Firmen. „Implenia ist und bleibt politisch neutral“, beginnt die führende Baufirma der Schweiz, um dann festzuhalten: „Weil die anstehende Abstimmung von grosser Bedeutung ist auch für unser Unternehmen, möchten wir euch ermutigen, euch über die Vorlage zu informieren und von eurem Stimmrecht Gebrauch zu machen.“ Im Mail schicken die Implenia-Chefs einen Link auf die „Homepage des Bundes“, wo dieser die Gründe für ein Nein zur 10 Millionen-Schweiz ausführt. „The Maison (…) encourages all concerned employees to inform themselves and to exercise their right to vote“, macht auch die Lombard Odier in ihrem Aufruf ans Personal Stimmung gegen das Vorhaben. Die Wirtschaftsverbände sind ebenso gegen die 10 Millionen-Begrenzung wie die Gewerkschaften. Sie befürchten einen Wirtschaftseinbruch. Die SVP hat gemäss Umfragen 47 Prozent von einem Ja überzeugen können.

insideparadeplatz.ch

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