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Moosleerau: Neubau soll Dorfzentrum stärken

Moosleerau: Neubau soll Dorfzentrum stärken

Auf dem «Sonnen»-Areal in Moosleerau ist ein Neubau mit Coop, Gemeindeverwaltung, acht altersgerechten Wohnungen und Tiefgarage geplant. Die Gemeindeverwaltung zieht ins neue Gebäude und schafft im bisherigen Gemeindehaus zusätzlichen Platz für die Schule. Die Gesamtinvestition beträgt rund 10,5 Millionen Franken und soll vollständig fremdfinanziert werden. Im November 2026 soll die Gemeindeversammlung über einen Planungskredit entscheiden, ein Jahr später über den Baukredit. 2025 hat die Gemeinde Moosleerau das «Sonnen»-Areal im Dorfzentrum gekauft und im gleichen Jahr einen Kredit für eine Machbarkeitsstudie genehmigt. Nun präsentierte der Gemeinderat die Ergebnisse. Knapp hundert Personen – Moosleerau hat total 950 Einwohner – folgten der Einladung, obwohl es ausdrücklich nicht um einen Entscheid ging. So viel vorweg: Der Gemeinderat hat ganze Arbeit geleistet. Seine favorisierte Option kam gut an. Altersgerechte Wohnungen und ein Coop wie in Brittnau Auf dem «Sonnen»-Areal soll ein Neubau erstellt werden. Die Gemeindeverwaltung zieht in den ersten Stock und gibt dadurch Raum frei für Schulräume. Die Schule wird, bei einem prognostizierten Wachstum der Gemeinde von 30 bis 40 Prozent bis 2031, mehr Platz brauchen. Im Erdgeschoss des Neubaus soll Coop einen Laden betreiben von der Grösse der Filiale in Brittnau mit rund 500 Quadratmetern Verkaufsfläche. Zudem sollen acht «altersgerechte Wohnungen» Platz finden. «Damit wird dem Wunsch nach solchen Wohnungen nachgekommen. Und Coop als Ankermieter, der mindestens 10, lieber 15 Jahre bleibt, generiert langfristige Mieterträge», sagte Gemeindeammann Francisco Baños. Stärkung des Dorfzentrums – Sicherung von Einkaufsmöglichkeiten Baños verschwieg aber auch die Nachteile nicht: vollständige Fremdfinanzierung mit Zinsrisiken und unsicherer Baukostenentwicklung. Auch werde bestehendes Gewerbe – der Volgladen – konkurrenziert. Auf ein Gesprächsangebot habe Volg nicht reagiert. Doch die Effekte seien positiv: Stärkung des Dorfzentrums, Sicherung von Einkaufsmöglichkeiten im Dorf. Übrigens sei Coop auf die Gemeinde zugekommen, nicht umgekehrt, betonte Baños. Eine Visualisierung des Vorprojekts, ein dreistöckiger Kubus plus Tiefgarage, dessen Form nicht abschliessend definiert ist, sieht Coop im Erdgeschoss vor, die Gemeindeverwaltung im ersten Obergeschoss. Dort soll auch eine 2,5-Zimmerwohnung Platz finden. Im zweiten Geschoss sind drei 2,5-Zimmer- und eine 3,5-Zimmerwohnung geplant, im Attika-Geschoss zwei 2,5-Zimmerwohnungen und ein Studio. Die Wohnungen haben Wohnflächen zwischen 67 und 132 Quadratmetern. Mehrheit sieht Chance – Steuererhöhung nicht nötig Eine Umfrage, um ein «Stimmungsbild» zu erhalten, zeigte, dass eine grosse Mehrheit der Anwesenden im Projekt eine Chance sieht, das Dorfzentrum positiv zu entwickeln. Dass die Gemeinde als Bauherr auftritt, sei zwar aussergewöhnlich, in diesem Fall aber sinnvoll, denn mit dem Kauf der Liegenschaft habe man sich für die aktive Mitgestaltung entschieden. Mit Kostenfolgen, die sich Moosleerau ohne Erhöhung des Steuerfusses leisten könne, so der Ammann. «Langfristig zusätzliche Einnahmen für die Gemeinde» Die Gesamtinvestition (Landerwerb, Neubau, Nebenkosten) beläuft sich auf 10,5 Millionen Franken. Der Nettoertrag pro Jahr aus den Mieteinnahmen bringe etwa 300'000 Franken, was fünfzehn Steuerprozenten entspreche. Und langfristig erwarte man eine Nettorendite von etwa drei Prozent, was eine temporäre Erhöhung der Pro-Kopf-Verschuldung – Höhepunkt 2032 – um rund 1700 Franken tragbar mache. «Mit dieser Investition schaffen wir wichtige Infrastruktur und Wohnraum und generieren langfristig zusätzliche Einnahmen für die Gemeinde», sagte Baños. Sportlicher Fahrplan – Bezug Ende 2029 vorgesehen Der Gemeinderat gibt sich einen sportlichen Fahrplan: Bereits im November soll der Gmeind ein Planungskredit vorgelegt werden. Ein Jahr später könnte der Baukredit traktandiert sein, sodass ab Frühjahr 2028 die «Sonne» abgerissen und mit dem Neubau begonnen werden könnte. Als Ziel für den Einzug von Verwaltung, Mietern und Coop steht Ende 2029 im Fahrplan. Die Anwesenden hatten die Gelegenheit, Fragen zu stellen, aber auch einen Feedbackfragebogen auszufüllen. In der Diskussion wurde die vorgestellte Variante nicht grundsätzlich in Frage gestellt. Vielmehr ging es bereits um Details wie Parkplätze, Mietpreise der Wohnungen, Vertrag mit Coop, Bepflanzung, Verkehrssituation (Einmündung, 30 km/h-Zone, Erschliessung Werkhof/Feuerwehr). Das ganze vorgestellte Dossier ist auf der Website der Gemeinde aufgeschaltet. Der Gemeinderat wertet die Fragebogen aus und lädt, je nach Ergebnissen, im September nochmals zu einer Info-Veranstaltung, bevor es im November an der Gemeindeversammlung um den Planungskredit geht.

www.zofingertagblatt.ch

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