Eine Schlagzeile vom vergangenen Samstag: «In den Züri-Säcken landen zu viele Lebensmittel». Eine Abfallanalyse der Stadt Zürich hatte ergeben, dass 19,6 Prozent des Gewichts in den Züri-Abfallsäcken aus Nahrungsmittelabfällen bestehen. Teilweise wären sie problemlos noch essbar gewesen. Essware über den Kehrichtsack zu entsorgen, ist wohl die dümmste Art, um sie loszuwerden. Besser wäre es allemal, sie zu essen. Wenn nicht, lassen sie sich kompostieren oder in Biogasanlagen zu klimaneutralem Methangas und Dünger verarbeiten. Woher kommt dein Essen? Die diesjährigen Nachhaltigkeitswochen der Stadt Uster vom 27. Mai bis 9. Juni drehen sich ums Thema «Nachhaltige Produktion und Ernährung – woher kommt dein Essen?» Schwerpunkte bilden dabei die landwirtschaftliche Produktion und die Ernährung. Vertiefte Einblicke bieten dazu Veranstaltungen und Betriebsrundgänge (siehe Kasten). Zum Beispiel das zum Mitmachen und Mitessen einladende zweimal durchgeführte Kochen. Gemeinderätin Anita Ajder (Grüne), engagiert im in Uster seit 2018 präsenten Projekt Madame Frigo, eröffnete den ersten Anlass auf dem Zeughausareal, wo auch der Kühlschrank der Organisation steht, mit einigen ernüchternden Zahlen: 2,8 Millionen Tonnen Lebensmittel landen in der Schweiz jährlich nicht auf dem Teller, sondern irgendwo anders. Die Hälfte davon verschwindet bei der Verarbeitung, rund ein Drittel in den Haushalten. Der Rest im Gastrobereich, im Detailhandel oder anderweitig. Laut Ajder ist eine Ursache für die Verschwendung von Lebensmitteln der Preis. 1945 gab eine durchschnittliche Familie rund 30 Prozent des Einkommens für Lebensmittel aus, heute sind es noch sieben Prozent. Ein weiterer Grund seien die oft missverstandenen Ablaufdaten. Richtig gelagerte Lebensmittel können oft noch Wochen nach Ablauf der aufgedruckten Frist problemlos konsumiert werden. Ajder informierte über die verschiedenen Organisationen, die im Bereich Lebensmittelrettung tätig sind, und welch unglaubliche Mengen sie der Wiederverwertung durch gezieltes Verteilen an Organisationen und Bedürftige zugeführt werden. Dann griffen die Anwesenden zum Rüstmesser und rüsteten gerettetes Gemüse für die Suppe, die Gemeinderat Lukas Adam (Grüne) auf der mobilen Veloküche zubereitete. Nachhaltigkeitsmarkt im Stadtpark Am Samstag fand der gut besuchte Nachhaltigkeitsmarkt im Stadtpark statt, wo an rund 20 Ständen vielfältige Nachhaltigkeitsprojekte vorgestellt und entsprechende Produkte verkauft wurden. Vom neuen Emmer-Brot bis zum Cidre aus Äpfeln und Birnen von Privaten und Produkten aus Bananenblättern und natürlich geretteten Lebensmitteln aller Art sowie Gemüsesetzlingen war alles vorhanden. Und natürlich auch eine Flut von Informationen zum Thema Ernährung und Pflanzen. Unübersehbar stand da auch der Solar-Butterfly, ein solarbetriebener Wohnwagen, der als reichhaltiges Museum für Klimalösungen im Einsatz steht und bereits einmal um die Welt gereist ist. Programm Nachhaltigkeitswochen in Uster Seit dem 27. Mai finden in Uster die Nachhaltigkeitswochen mit zahlreichen zum Thema passenden Veranstaltungen statt. Vom gemeinsamen Kochen mit geretteten Lebensmitteln über den Betriebsrundgang in einer Metzgerei bis hin zu Filmvorführungen und einem Nachhaltigkeitsmarkt oder einem Aroma-Spaziergang mit einer Winzermeistern reicht das Angebotsspektrum. Die Nachhaltigkeitswochen dauern bis am Dienstag, 9. Juni. Folgende Anlässe finden bis zur Schlussveranstaltung im Kino Central am 9. Juni statt. Am Samstag, 6. Juni, treffen sich Interessierte beim ‹teckte Brüggli› beim Stadtpark zum «Walk&Talk Schokolade». Von 13 bis 15.30 Uhr findet ein interaktiver Spaziergang statt, bei dem man zuhören, sehen und schmecken kann und Kakao von einer neuen Seite kennenlernt. Ebenfalls am Samstag, 6. Juni, findet die zweite Auflage der Veranstaltung «Food Waste – Infos & gemeinsames Kochen» beim Kühlschrank von Madame Frigo im Zeughausareal statt. Der Anlass mit Informationen, Gemüse rüsten und Kochen beginnt um 12 Uhr. Am Montag, 8. Juni, findet ein «Feldgespräch im Zuchtgarten» statt. Von 18 bis 19.30 Uhr informiert Getreidezüchter Peter Kunz im Zuchtgarten bei der Silberweide in Mönchaltorf an der Seestrasse 37 über Sinn und Ziele der Züchtung neuer Sorten für die Landwirtschaft. Im Kino Central an der Brauereistrasse in Uster wird am Montag 8. Juni, um 18 Uhr und Dienstag, 9. Juni, um 19.30 Uhr der Film «Barbara Buser – Pionierin der Nachhaltigkeit» gezeigt. Die preisgekrönte Architektin verwandelt ehemalige Industrieareale in urbane Lebensräume. Abgeschlossen werden die Nachhaltigkeitswochen mit drei öffentlichen Führungen Ende Juni im Zuchtgarten bei Peter Kunz an der Seestrasse in Feldbach. Detailliertes Programm und Anmeldungen unter: www.uster.ch/nachhaltigkeitswochen.