In Schweizer Städten wie Zürich herrscht eine angespannte Wohnsituation: Leerstehenden Bürokomplexen stehen Rekordmieten gegenüber, die zur Verdrängung der Bevölkerung führen. Gleichzeitig fördern Kanton und Gemeinden Prestigeprojekte, deren Nutzen für die breite Bevölkerung fraglich ist. In Zürich bewilligte der Gemeinderat 8,9 Millionen Franken für eine neue Marina am Zürichsee, die vor allem Bootsbesitzern zugutekommt. Die SP stimmte mehrheitlich zu, argumentierte jedoch mit Gewässerschutz statt mit sozialen Anliegen. In Winterthur plant die Stadt eine Sanierung des Naherholungsgebiets Rosenberg, die einen Campingplatz und einen Wagenplatz verdrängen könnte. Ein Referendum dagegen ist eingeleitet. In beiden Fällen zeigt sich ein Widerspruch zwischen Aufwertung und sozialen Bedürfnissen.