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Die amerikanische Denkfabrik The Breakthrough Institute über pragmatische Lösungen für Klima, Umwelt und Energie

Prometheus Redaktion
Die amerikanische Denkfabrik The Breakthrough Institute über pragmatische Lösungen für Klima, Umwelt und Energie

Nicht links, nicht rechts: Vorwärts! In der Klima-, Energie- und Agrarpolitik dominieren oft Glaubenssätze statt Fakten. Die amerikanische Denkfabrik The Breakthrough Institute macht vor, wie es anders geht: Meinungsverschiedenheiten zulassen, Technologien offen prüfen – und Produktivität als Verbündete des Umweltschutzes begreifen. Montag, 8. Juni 2026 Wer immer noch glaubt, in der politischen Debatte werde im Diskurs die bestmögliche Lösung erstritten, der darf getrost als Idealist gescholten werden. Nicht weil der Diskurs an sich naiv wäre – sondern weil er unter Ideologen gar nicht stattfindet. Und wer glaubt, dass die eigene politische Heimat frei ist von ideologischen Zwängen, dürfte selbst ein Ideologe sein. Denn ein Blick auf die politische Landschaft zeigt: Praktisch jede politische Strömung hat ihre ewigen Wahrheiten, welche auch durch Empirie nicht gestört werden dürfen. Passen die Daten nicht zur Ideologie: Pech für die Daten. Die Macht der politischen Glaubenssätze Besonders gilt dies für die zwei Politikfelder, welche in den letzten Jahren stark im Fokus standen: Klimapolitik und die damit verbundene Energiepolitik. Glaubenssätze und Feindbilder prägen bis heute die Debatte. Dabei würde wohl viel gewonnen, wenn man die ideologischen Scheuklappen ablegen würde und offen an die Sache gehen würde. Wie das geht, zeigt beispielsweise die amerikanische Denkfabrik The Breakthrough Institute. Die NZZ hat den Think-Tank kürzlich porträtiert. Was dort zum Vorschein kommt, mutet fast exotisch an: eine Umweltorganisation, die sich dem Klimaschutz verpflichtet fühlt – und gleichzeitig Kernenergie, Gentechnik und intensive Landwirtschaft befürwortet. Bezeichnend ist schon das Auswahlverfahren: Wer sich bewirbt, muss erklären, wann er im Leben einmal seine Meinung geändert hat – und warum. Die Belegschaft reicht denn auch von linken Sozialisten bis zu rechten Libertären. Warum Dissens produktiv sein kann «Achieving disagreement» lautet das Motto: Meinungsverschiedenheiten werden nicht übertüncht, sondern bewusst herbeigeführt. Denn nur wer versteht, worin der Dissens eigentlich besteht, findet tragfähige Lösungen. Das Resultat ist konsequente Technologieoffenheit. Statt Glaubenskriege zwischen Solar- und Kernenergie zu führen, empfiehlt das Institut beispielsweise, beides voranzutreiben – keine einzelne Technologie wird den Energiebedarf der Welt allein decken. Und statt fossile Energie zu verteuern, will man saubere Energie so günstig machen, dass sie sich von selbst durchsetzt. Dass es dafür Kritik von links wie von rechts gibt, versteht sich von selbst. Wer es allen Lagern gleichermassen verleidet, macht vermutlich etwas richtig. Technologieoffenheit statt Glaubenskrieg Für die Schweizer Agrardebatte besonders relevant ist die Grundhaltung des Instituts: Produktivität ist kein Gegensatz zum Umweltschutz, sondern dessen Voraussetzung. Alex Trembath, der stellvertretende Direktor, bringt es gegenüber der NZZ auf den Punkt: «Technik ist nicht notwendigerweise gegen die Natur gerichtet. Hightech-Lösungen können sich sogar als sehr nützlich für die Natur erweisen. Wenn man zum Beispiel eine industrialisierte, hochproduktive Landwirtschaft hat, kann man mehr Nahrung auf weniger Land anbauen und mehr Raum für die Vögel, die Bienen und die Bäume lassen.» Naturschutz durch Produktivität Wer hingegen auf moderne Züchtungsmethoden, wirksamen Pflanzenschutz und effiziente Produktion verzichtet, braucht für denselben Ertrag mehr Fläche – Fläche, die der Natur fehlt oder im Ausland beansprucht wird. Extensivierung im Inland heisst dann bloss: Auslagerung der Umweltbelastung. Die Lehre für die Schweiz ist so einfach wie anspruchsvoll: Ziele definieren – Klimaschutz, Biodiversität, Versorgungssicherheit – und dann technologieoffen prüfen, was am meisten bringt. Ob die Lösung nach links, rechts, Hightech oder Tradition klingt, ist zweitrangig. Was zählt, ist die Wirkung. Nicht links, nicht rechts: vorwärts! Bald wird sich weisen, ob auch auf europäischen Feldern in Zukunft Pflanzen aus moderner, genomischer Züchtung angepflanzt werden dürfen. Gerade die Schweiz ist gut beraten, zumindest hier auf die Entscheide in Brüssel zu schielen, um nicht den Anschluss zu verpassen. Ein Überblicksartikel im Schweizer Bauer zeigt, wie stark die neuen Züchtungsmethoden die bäuerlichen Kreise beschäftigen. Nach Abschluss der Vernehmlassung zum Bundesgesetz wird eine Vorlage erwartet – dann zeigt sich, ob der politische Wille zur Zulassung tatsächlich besteht. Die Landwirtschaft steht zunehmend unter Druck, klimaneutral zu wirtschaften. Doch wie kann dies gelingen, ohne die Ernährungssicherheit zu gefährden? Im Agrarpolitik-Podcast betont Hannah von Ballmoos-Hofer, Leiterin des Geschäftsbereichs Energie beim Schweizer Bauernverband, dass Klimaschutz wichtig ist, aber nicht auf Kosten der Ernährungssicherheit gehen darf. Krankheiten wie Malaria fordern jährlich Hunderttausende Opfer. Mit dem sogenannten Gene Drive steht ein Werkzeug bereit, das die Überträger-Mücken theoretisch ausrotten könnte. Doch es stellen sich ethische und ökologische Grundsatzfragen. Während in der Schweiz die Heizölpreise Achterbahn fahren, droht andernorts eine Katastrophe weit grösseren Ausmasses. Die Blockade der Strasse von Hormus kappt nicht nur die Ölversorgung, sondern unterbricht die weltweite Lebensader für Düngemittel – mit fatalen Folgen für die globale Ernährungssicherheit. Mit dem CRISPR/Cas-Verfahren lässt sich das Erbgut so gezielt und effizient verändern wie nie zuvor. Vor allem in der Pflanzenzucht sind mit der «Gen-Schere» grosse Hoffnungen verbunden: Widerstandsfähige Sorten, die Krankheiten und Schädlingen standhalten, Dürreperioden überstehen und zugleich höhere Erträge liefern. Doch wie realistisch sind diese Erwartungen? Was kann Genom-Editing heute tatsächlich leisten – und welche Fortschritte sind in naher Zukunft zu erwarten?

swiss-food.ch

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