Zum Inhalt springen

ETH Zürich transportiert Chlortrifluorid: 270 Personen betroffen

Prometheus Redaktion
ETH Zürich transportiert Chlortrifluorid: 270 Personen betroffen

Fast 270 Personen sind am Sonntag von der Evakuierung bei der ETH Zürich betroffen. Grund dafür ist der Abtransport der Chemikalie Chlortrifluorid, die früher in der Steinforschung eingesetzt wurde. Die chemische Substanz ist eine hochreaktive Verbindung aus Chlor und Fluor. Sie kann mit zahlreichen Stoffen heftig reagieren und dabei Brände verursachen oder verstärken. Wie heftig die Auswirkungen sein können, zeigt ein Unfall in einem Labor im US-Bundesstaat Louisiana in den 1950er-Jahren. 900 Kilogramm der Chemikalie wurden auf einem Betonboden verschüttet und brannten sich durch 30 Zentimeter Beton sowie weitere 90 Zentimeter Fundament, bis sie vollständig reagiert hatte. Um die Sicherheit in Zürich zu gewährleisten, haben die ETH und die Kantonspolizei vorsorgliche Massnahmen getroffen. Dazu gehören unter anderem eine zeitlich begrenzte Evakuation im unmittelbaren Umfeld der ETH sowie temporäre Strassensperrungen. Zudem kommt es zu Umleitungen und Einschränkungen im öffentlichen Verkehr. Die Kantonspolizei informierte die knapp 270 betroffenen Anwohnenden direkt mit persönlichen Schreiben. Anwohnende haben teilweise ein mulmiges Gefühl Ilona Ruggli wohnt seit rund 20 Jahren neben der ETH und habe noch nie etwas Vergleichbares erlebt, sagt sie am Samstag im Gespräch mit TeleZüri. Der Gedanke an ein hochgefährliches Gas, das direkt vor ihrer Haustür transportiert wird, bereitet ihr Unbehagen: «Ich habe schon gewisse Ängste. Ich dachte zuerst, dass ich zu Hause bleibe und alle Fenster und Rollläden schliesse. Dann hat mir jemand gesagt: ‹Du spinnst, du musst gehen.›» Auch Rea Grünefelder wurde im Vorfeld per Post über die Evakuierung informiert. Da sie ohnehin nicht zu Hause sei, sei sie davon nicht gross betroffen. «Ich frage mich aber schon, wie es beispielsweise ältere Menschen machen oder solche, die keinen Ort zum Hingehen haben», sagt sie im Gespräch mit TeleZüri. Die ETH bietet den Betroffenen als Ausgleich Gutscheine für einen Zoobesuch inklusive Verpflegung an. Mehr dazu im Beitrag von TeleZüri:

www.zofingertagblatt.ch

Zum Originalartikel