Am Römertag in Vindonissa zeigten Darstellerinnen und Darsteller Gladiatorenkämpfe, Wagenrennen und römisches Lagerleben. Der Anlass in Windisch liess Besucherinnen und Besucher Geschichte mit Legionären, Handwerk, Marktständen und Mitmachangeboten erleben. Organisiert von Pro Vindonissa, Museum Aargau und Kantonsarchäologie Aargau, soll der Tag die Römerzeit für Familien anschaulich machen. Gladiatoren, Legionäre und sogar der Kaiser liessen sich gestern im Amphitheater und auf der Zirkuswiese in Windisch blicken – natürlich verkleidet. In Vindonissa, einem der bedeutendsten historischen Standorte der Schweiz, trafen Geschichte und lebendige Inszenierung aufeinander. Auf das Publikum wartete ein spektakuläres und abwechslungsreiches Programm. Es gab rasante Wagenrennen, packende Gladiatorenkämpfe sowie eindrucksvolle Aufmärsche der Legionäre zu bestaunen. Man hatte beinahe das Gefühl, 2000 Jahre in die Vergangenheit gereist zu sein, denn überall waren Menschen in römischer Kleidung zu sehen. Kaiserlicher Einzug ins Amphitheater Das Highlight für viele Besucherinnen und Besucher waren die kaiserliche Pompa und die Gladiatorenkämpfe. Die gesamte Legion stellte sich auf und marschierte im Gleichschritt, um den Kaiser und seine Frau ins Amphitheater zu begleiten. Dort erwartete sie eine bis auf den letzten Platz gefüllte Arena. Kleine Kinder verfolgten gemeinsam mit ihren Eltern die Kämpfe mit offenen Mündern und feuerten ihre Helden begeistert an. Die Dramatik der Kämpfe faszinierte besonders die jüngeren Zuschauerinnen und Zuschauer. Im Amphitheater standen sich Gladiatorinnen und Gladiatoren kampfbereit gegenüber. Mit Gladius, Schild und Rüstung versuchten sie, die Angriffe ihrer Gegner abzuwehren. Während der Kämpfe feuerten die Zuschauer lautstark ihre Favoriten an, und untereinander wurden sogar Wetten abgeschlossen, wer wohl als Sieger aus der Arena hervorgehen würde. Für die von den Kämpfen begeisterten Kinder bot die Gladiatorenschule Ars Gladiatoria die Möglichkeit, selbst einige Techniken der Gladiatoren zu erlernen. Spannung auf der Rennbahn Ein weiterer beliebter Programmpunkt war das Wagenrennen. Auf antiken Wagen, die von Pferden gezogen wurden, traten Vierspänner gegeneinander an und versuchten, den Rundkurs unter dem tosenden Applaus des Publikums möglichst schnell zu absolvieren. Die Rennen sorgten für Begeisterung und liessen die Besucherinnen und Besucher in die Welt der römischen Unterhaltung eintauchen. Organisiert wurde der Römertag von der Gesellschaft Pro Vindonissa, dem Museum Aargau und der Kantonsarchäologie Aargau. Gemeinsam mit über 50 Helferinnen und Helfern sowie weiteren Partnerinstitutionen sorgten sie für Infrastruktur, Sicherheit, Verpflegung und Unterhaltung. Ihr Ziel, die Geschichte der Römer erlebbar zu machen und den Besucherinnen und Besuchern Wissen über die Römerzeit zu vermitteln, wurde erreicht. Menschen jeden Alters fanden den Weg nach Vindonissa und erlebten einen abwechslungsreichen Familienausflug. Besonders für die Kinder wurde viel geboten. Sie konnten eigene Helme, Lorbeerkränze oder Schreibtafeln basteln. Handwerk und Spezialitäten Auch auf dem Römermarkt gab es einiges zu entdecken. Händlerinnen und Händler präsentierten ihre Waren, zeigten Schuhmacherkunst oder demonstrierten Tonbearbeitung und Steinmetzarbeiten. Zudem konnten Familien Amulette basteln oder römische Spezialitäten probieren. Co-Organisatorin Julia Tiefenbacher wünscht sich, dass die Kinder mit leuchtenden Augen nach Hause gehen und noch tagelang von den Römern erzählen. «Die Menschen sollen sich bewusst werden, dass die Römer nicht einfach Figuren aus Geschichtsbüchern waren, sondern Menschen, die genau hier gelebt, gekämpft und gearbeitet haben», sagt Julia Tiefenbacher. Beim Römerquiz konnten die Besucherinnen und Besucher ihr Wissen testen. Zwischen Legionären, Wagenrennen und römischem Handwerk wurde Geschichte nicht nur erzählt, sondern für einen Moment wieder lebendig gemacht. Der Römertag Vindonissa zeigte eindrucksvoll, dass Geschichte weit mehr ist als Vergangenheit – nämlich ein Erlebnis, das Menschen verbindet.