Delfina Gonzalez wuchs unter der Franco-Diktatur in einem asturischen Bergbaudorf auf. Die Familie lebte von der Hand in den Mund, die Frauen führten kleine Bauernbetriebe. Das Regime prägte den Alltag durch katholisch-nationalistische Erziehung, strenge Geschlechtertrennung und ständige Überwachung. Ein falsches Wort hätte den Vater den Job kosten können. Mit 16 kam Gonzalez als Saisonnière in die Schweiz. An der Grenze mussten sich alle einer medizinischen Untersuchung unterziehen; Kranke und Schwangere wurden abgewiesen, was oft zu dramatischen Trennungen von Paaren führte. In der Schweiz arbeitete sie als Büffetmädchen. Die Erfahrung der Freiheit – Frauen ohne Angst und am Steuer – prägte sie nachhaltig. Die Ausstellung „Wir, Saisonniers…“ thematisiert die Widersprüche dieser Zeit: Arbeitskräfte waren im Wirtschaftsboom gefragt, wurden aber durch die strenge Migrationspolitik ausgegrenzt.