Schweizer Unternehmen sind entlang der gesamten Wertschöpfungskette des globalen Flüssiggasbooms (LNG) aktiv. Die Zuger Beteiligungsfirma Partners Group investiert Milliarden in Gaskraftwerke, Pipelines und Terminals in den USA und Europa, was sie als pragmatischen Beitrag zur Versorgungssicherheit und zu ihren Klimazielen bezeichnet. Das Zürcher Unternehmen Energy Infrastructure Partners (EIP) ist unter anderem am belgischen LNG-Terminal Seebrügge beteiligt, über das auch russisches Gas nach Europa gelangt. Zudem spielen Schweizer Rohstoffhändler wie Gunvor, Vitol und Trafigura eine Schlüsselrolle, indem sie langfristige Abnahmeverträge mit US-Terminals abgeschlossen haben. Auch der staatlich mitgetragene Axpo-Konzern importierte im vergangenen Jahr große Mengen LNG nach Europa und propagiert den Bau neuer Gaskraftwerke in der Schweiz. Die Beteiligungen werfen Fragen zur Vereinbarkeit mit den selbstgesteckten Dekarbonisierungszielen auf.