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Swetlana Alexijewitsch:Unsichtbarkeiten und neue Gespenster

WOZ
Swetlana Alexijewitsch:Unsichtbarkeiten und neue Gespenster

Quelle: woz.ch

Swetlana Alexijewitsch beschreibt in ihrer Zürcher Rede, wie sie als Jugendliche in einem belarussischen Dorf die Macht des Unsichtbaren entdeckte. Beim Zuhören alter Frauen erfuhr sie von einer Mutter, die ihr Kind in einem Sumpf ertränkte, um das Dorf vor deutschen Soldaten zu retten – und dafür geächtet wurde. Diese Begegnung lehrte Alexijewitsch, dass die verborgenen, oft traumatischen Erfahrungen am Rand der Gesellschaft aufschlussreicher sind als die offizielle Geschichtsschreibung. Die Literaturnobelpreisträgerin, die heute im Berliner Exil lebt, betont, dass Unsichtbarkeit die Grenzen von Sprache und Wahrnehmung markiert. Ihre Arbeit zielt darauf ab, diese verschwiegenen Stimmen und Perspektiven hörbar zu machen, die aus der Geschichte herauszufallen drohen.

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