Nach dem Messerangriff am Bahnhof Winterthur betonen mehrere Experten, dass eine Motivklärung verfrüht sei. Forensiker sehen nach aktuellem Stand eher eine psychische Erkrankung des Täters als ein ideologisches Motiv im Vordergrund. Die zufällige Opferwahl sei für extremistisch motivierte Täter untypisch. Der Fall wirft Fragen zur Entlassung des Täters aus der Psychiatrie auf. Fachleute verteidigen die Klinik: Bei fürsorgerischen Unterbringungen stehe die Selbstgefährdung im Fokus, eine forensische Risikoeinschätzung sei nicht Standard. Eine vollständige Überwachung aller psychotischen Patienten sei weder praktikabel noch rechtsstaatlich. Medien deckten zudem auf, dass eine Spezialeinheit der Polizei bereits zwei Tage vor der Tat das Bundesamt für Polizei informiert hatte – eine Information, die der Sicherheitsdirektor an der Pressekonferenz nicht erwähnte. Der Vater des Täters widersprach der Darstellung der Behörden zur Rückkehr seines Sohnes in die Schweiz.