Die Ausstellung «Wir, Saisonniers …» in Zürich erinnert an die prekären Lebens- und Arbeitsbedingungen von Hunderttausenden Migranten, die massgeblich zum Aufbau der Schweiz beitrugen, deren Leistung aber nie öffentlich anerkannt wurde. Das Saisonnierstatut reduzierte sie auf reine Arbeitskräfte ohne menschliche Bedürfnisse. Die Schau gibt diesen Menschen Gesichter und Geschichten zurück und macht ihre Menschlichkeit jenseits von Statistiken sichtbar. Der Rückblick dient jedoch auch als Warnung: Die Nachhaltigkeitsinitiative der SVP zielt laut Analyse darauf ab, die Lebensbedingungen von Migranten erneut zu prekarisieren. Da sie die Obergrenze von zehn Millionen nur auf die ständige Wohnbevölkerung anwendet, würde dies faktisch die Rückkehr des Saisonnierstatuts bedeuten – mit noch kurzfristigeren Arbeitsverhältnissen und der erneuten Reduktion von Menschen auf reine Arbeitskräfte.